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im Begriff dieſelbe zu öffnen, als es ihr einſiel, ſie könnte vielleicht— unrecht gehen.
Ganz blutroth und athemlos kam ſie in den Salon, und hätte es auch noch ſo viel gegolten, ſo wäre ſie den⸗ noch nicht im Stande geweſen, etwas Anderes zu thun, als was ſie jetzt that, nämlich vor dem großen Trumeau ſtehen zu bleiben.
Es iſt ungewiß, ob ſie weiter gekommen ſein würde— denn der Trumeau hatte ein ſo ſchönes und weißes Glas— wenn nicht die geheimnißvolle Thüre im Beſuchzimmer, wie ſie augenblicklich im Spiegel bemerkte, aufgegangen und Jean ſichtbar geworden wäre.
Als er ſo unvermuthet ſeine junge Braut erblickte, entfuhr ihm ein Ruf der Freude; aber Blenda, ganz verlegen, daß ſie während ihrer Inſpection auf der That ertappt worden war, eilte davon und wurde von ihrem Geliebten erſt in dem kleinen Bibliothekzimmer, woſelbſt en ann geſtrigen Abend ihre Gelübde ausgetauſcht, ein⸗ geholt. Was ſie hier einander ſagten, davon beſitzen wir keine Kenntniß. Wir wiſſen nur, daß das kleine Sel⸗ bander ſehr bald von der Frau Emerentia unterbrochen wurde, welche ebenfalls ganz athemlos nachgeeilt kam.
„Behuͤte Gott, Mutter! wie biſt Du ſo ſchnell wach geworden, und in die Kleider gekommen?“
„O ja, Du Kleine, ich erwachte, da Du Dich zur Thüre hinaus ſchlichſt, und um offen zu reden, ſo ſage ich, ich halte es für das Beſte, Henriettens kleine, ſpitzige Satyren dadurch zu vermeiden, daß wir uns ſogleich in Ordnung machen, ſchon heute früh in die Stadt zurück⸗ zukehren und dann uns nach Henrikslund zu begeben.“
„Ach, beſte Tante, was iſt das nun für eine un⸗ natürliche Eile und überflüſſige Delicateſſe gegen Hen⸗ rietten! So ſeien Sie doch nicht unbarmherzig! Iſt es nicht morgen immer noch früh geuug?“
„Nein, mein theurer Schwiegerſon!... Ich be⸗ haupte nicht, daß es eigentlich Unrecht iſt, wenn Ihr


