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Ende. Das Fräulein war ja arm wie er ſelbſt und es
1. Das Feſt.
Das Haus des Kommerzienraths Widen war hell erleuchtet. Vom zweiten Stocke herab tönte eine rau⸗ ſchende Tanzmuſik, und die Zuſchauer, welche ſich auf der hohen Staffel des gegenüberliegenden Wirthshauſes aufgeſtellt hatten, ſahen deutlich die Geſtalten in den leichten Schwingungen der Francaiſe vorüberſchweben. Goldſchmückte Herren und ſchwarz gekleidete elegante Damen in luftähnlichen Gewändern mit üppigen Roſen auf den Wangen und in den Haaren ſchimmerten keu⸗ chend und mit den geſtickten Nastüchern wehend, wech⸗ ſelsweiſe vorüber.„Ich möchte gerne wiſſen,“ ſagte eine gaffende Matrone zu ihrem Nachbar,„warum der Kom⸗ merzienrath gerade jetzt vor Weihnachten einen Ball hält. Die Vornehmen beluſtigen ſich doch immer und ewig; hätten ſie nicht bis auf die Feiertage warten können?“
„O, Ihr wißt auch nie etwas,“ antwortete ihr Nach⸗ bar.„Habt Ihr nicht gehört, daß der Kommerzienrath heute die Verlobung ſeiner Tochter mit dem Kapitän Ling feiert, dem jungen ſchönen Herrn dort, der mit dem Frauenzimmer im blauen Florkleid tanzt, das iſt ſeine Couſine, Fräulein Hilda Borgenſköld, von der die Leute ſagten, daß er ſo entſetzlich in ſie verliebt ſei. Aber als ihr Vater, der einfältige Narr, ſich durch den thö⸗ richten Brocker bereden ließ, für ihn zu bürgen, da er⸗ wachte wieder die frühere Feindſchaft zwiſchen dem Lieu⸗ tenant Borgenſköld und ſeinem Halbbruder, dem reichen Profeſſor, und damit nahm die Liebe des Kapitäns ein


