und holde Lebensgefährtin. Und eine ſolche habe ich
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des Grafen Hermann und die ewigen Promenaden ge⸗
nommen haben!
Und wir, die wir an gar nichts denken konnten, ſondern ſo vergnügt zu einander ſagten:„Wie ſchön iſt es doch von dem Grafen Hermann, daß er eine ſolche Theilnahme, eine ſolche Aufmerkſamkeit zeigt, er, der nicht ſehr dafür iſt, ſich artig zu zeigen!“
Nach Deiner Abreiſe gleich nach Neujahr bemerkten wohl Ernſt und ich, daß das Schachſpiel bisweilen ſehr ſchlecht ging, daß ganze zehn Minuten verfließen konnten zwiſchen den Zügen, und daß, wenn ſie dann plötzlich aufblickten, es ein Erröthen uund ein Stottern um Ent⸗ ſchuldigung gab, das recht poſſierlich ausſah. Indeſſen glaubten wir keinesweges, daß er die Königin ſo ſchnell kneifen würde, wir laächelten im Stillen, wir und die Mutter.
Aber geſtern kamen Beide ganz verwirrt von einer Wanderung im Park zurück. Gleich darauf erhielten wir die Nachricht, wir möchten hinunter kommen. Und da war Alles abgemacht: der Graf und die junge Frei⸗ herrin waren verlobt. Die Melancholie hatte ſie zu einander gezogen, und jetzt ſehen ſie wahrlich nichts weniger als melancholiſch aus.
Dem Himmel ſei Dank, daß Hermann dennoch das Glück ſeines Lebens auf Dagby erhielt und daß Olga endlich die Kraft zum Leben beſitzt!
Geſtern ſagte ſie mir dieſe Worte, welche noch jetzt mein Herz erwärmen:
„Gott ſei gelobt, liebe Edith, daß du mir Hermann
ließeſt, denn er und ich, wir paſſen vortrefflich zu ein⸗
„ander!“ Ich konnte es hernach nicht bleiben kaſſen, dieſe Worte vor Hermann auszuplaudern, und er antwortete
mit einem milden und glückſeligen Lächeln:„Ich be⸗
gehre nicht länger einen Engel, ſondern eine zärtliche
gefunden. Mein ganzes Leben wird nicht hinreichen, ihr meine Dankbarkeit zu widmen.“
Ddie Mutter ſagt jeden Augenblick n, Ernſt, der


