Teil eines Werkes 
11.-13. Bändchen (1849)
Entstehung
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Rede nicht von einem Zwiſchenzuſtande! ſagte die junge Mutter mit blitzenden Augen.

Aber, ſagte Ernſt, und ſeine zitternden Lippen bezeugten ſeine ſtarke Bewegung,auf dieſe Art wäre ja unſere Wiedervereinigung nur eine zwingende Folge 1 der Nothwendigkeit. Und was wäre ſie da? Kann dieſe Nothwendigkeit die tiefe Wunde heilen, welche ich er⸗ halten habe?

Da dein Gedanke mit Erbitterung bei dieſer Wunde verweilt, Ernſt, ſo darfſt Du es nicht ganz überſehen, daß die Verſöhnung mit meiner Mutter über alle Ver⸗ ſuchungen, die mir bereitet wurden, einen veredelnden Schleier warf. Aber ich ſagte Dir ja eben(und mein ganzes Betragen hat es ja bekräftigt), daß ich nicht

aran dachte, ein Leben beginnen zu können, in welchem Du fehlteſt, denn Du warſt mir mehr, denn alles Andere. Jetzt gibt es aber etwas, das ich Dir an die Seite ſetze: das iſt mein Kind, und dieſes flößt mir ſchon den Muth ein, mit Ergebung den Schmerz zu tragen, da ich ſehe, daß die Nachricht von ſeinem Daſein nicht Alles wirkt, was ich gehofft hatte, aber es flößt mir auch den Muth ein, ſein künftiges Recht zu vertheidigen. Ich will nicht, daß dieſes Kind eines von jenen unglücklichen Weſen werden ſoll, deſſen Gefühle zwiſchen geſchiedene Eltern zerriſſen und getheilt werden müſſen, und die ſtets Urſache zu haben meinen, über eines von ihnen zu erröthen. Und darum, Ernſt, was Du auch thun magſt, ſo ſchwöre ich, daß ich nie in eine geſetzliche Scheidung willige: die moraliſche wird früher oder ſpäter aufhören. Ich weiß, Du wirſt dereinſt zu mir zurück⸗ kommen, und dann werde ich nur eine verdoppelte Liebe haben. Dann will ich es vergeſſen haben, daß Du in der Selbſtſucht Deines eigenen Schmerzes grauſam genug warſt, nicht die Einweihung Deines Kindes in das Leben zu ſegnen, daß Du ſeiner Mutter nicht einen einzigen Blick der Verſöhnung gabſt und daß Du ſie behandelteſt, als hätte ſte Deinen Namen entehrt. 4 Nachdem Cdith ſanft, aber doch mit großem Feuer

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