Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nme, Bebet irum häuft rſinn

als Pein wird luth ſteht bren

her⸗ t er⸗ Virk⸗ eine

igen Seele

an men

herabſank zum erſten Male in ihrem Leben ſiel ſie in Ohnmacht.

Als ſie lange nachher wieder zu ſich ſelbſt kam, da war es dunkel im Zimmer gegenuͤber und in ihrem eigenen: die Lichter waren ausgebrannt.

Edith fühlte eine Todeskälte in ihren Gliedern, aber ihr Blut ſiedete dennoch in heißen Wogen.

Die Morgenſonne des Tages, ſeines erſten Aufge⸗ botes, blickte herein in das Zimmer des Bräutigams.

Der Bräutigam hatte ſein Gebet längſt vollendet und wie verſchieden war dieſes von dem Gebete der Braut geweſen! es enthielt das brennendſte und wahr⸗ hafteſte Dankopfer des wärmſten Herzens.

Jetzt war Nilman mit geſchäftiger Ehrerbietung dabei, ſeinem Herrn beim Anzuge zu helfen, und der Graf war beinahe ſchön, denn die ſublime Begeiſterung, welche ſeine Seele erfüllte, zeichnete ſich auf ſeinem Ge⸗ ſichte ab.

Mit Sorgfalt muſterte er jeden Theil ſeiner Toi⸗ lette, er, der noch niemals gewußt hatte, was Nilman ihm anzog Nilman aber hatte einen angeborenen, durch Reiſen und eigene Bildung vollendeten Geſchmack. Er wußte vollkommen, was ſeinem Herrn paßte.

Ich glaube, jetzt iſt es gut! ſagte endlich der Graf, indem er mit einer Miene der Herzlichkeit ſeine Hand darreichte, welche der Kammerdiener mit einer tiefen Verbeugung ergriff. 3

Er ehrte ſeinen Herrn nicht nur wegen ſeiner Ge⸗ duld und unendlichen Sanftmuth, ſondern er liebte ihn auch, und heute ſchwoll Nilman's Bruſt vor Stolz, denn er glaubte ſteif und feſt, daß ſeine Worte auf die künf⸗ tige Herrin gewirkt hätten.*

Der Anzug und die Haltung des Herrn Grafen ſind in vollkommener Uebereinſtimmung, ſagte er. Noch dazu haben der Herr Graf eine ſo geſunde Farbe, daß ſich das Ganze noch beſſer macht.