Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1849)
Entstehung
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Von dieſem Augenblicke an den ſie faſt als eine Zauberei betrachtete war ſie aber auch entſchloſſen, zu zeigen, daß ſie an keine Zauberei glaubte, und daß keine ihrer unwürdige Schwäche ſie ferner noch zwingen ſollte, vor ſich ſelbſt zu erröthen.

as dagegen ihr Verhältniß zu dem Grafen be⸗

trifft, ſo war die Theilnahme, welche ſie gegen ihn hegte, wirklich von einer ſo wahren und innigen Natur, daß ſie ſich mehrmals ſelbſt fragte, ob ſie nicht der gute Engel dieſes Mannes werden müßte.

Was hatte ſie wohl dabei zu verlieren? Gar nichts. Mit allen ſeinen Viſionen war er weit intereſſa nter und tauſendmal mehr werth, als die Marionetten, mit denen ſie es bisher zu thun gehabt hatte. Mit ihm wollte ſie nicht ſpielen, nein: ſie wollte ihn glücklich machen; denn er fragte nicht im Mindeſten nach ihrem Reichthum, ſondern nur nach ihr ſelbſt. Ihm konnte ſie überdieß nützlich werden. Und unter allen Män⸗ nern, die um ihre Hand geworben hatten, war kein ein⸗ ziger, dem ſte ſo gewogen geweſen war.

Sie reiste und kehrte zurück, ſie überlegte und kämpfte; es war ja ſo lächerlich, daß dabei immer ein Gedanke an den vwiderlichſten von allen Gegenſtänden ſich ihr aufdrängen wollte. Dieſer Gedanke gehörte ja gar nicht hieher. Ihr Herz war ja ganz frei, und wenn ſie litt, ſo war es ja nur eine Viſion, die kaum weniger wahnſinnig war, als die des Grafen Her⸗ mann.

Sie paßten alſo vortrefflich zu einander, und darum war es gut und konnte unmöglich beſſer werden, bis wieder eine Serie von Wenn und Aber ihr neue Grillen in den Kopf und neue Leiden in das Herz ſetzte.

Während dieſer bunte Wirrwarr von Liebe, Hoch⸗ muth, Mitleiden, Reue und Vernunft in ſtetem Kreis⸗

lauf durch Edith's Seele fuhr, verſchwanden wieder

einige Wochen, und noch immer ſtand Alles auf gleichem