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Abweſenheit beſtimmten Tage auf einen einzigen be⸗
ſchränkte.
Bei ihrer Rückkehr ſchien ſte verwandelt zu ſein.
Still und zerſtreut, haſchte ſie jetzt nach jedem paſ⸗ ſenden Vorwande, den Grafen zu vermeiden, doch nie⸗ mals unfreundlich; überhaupt zeigte ſte in ihrem ganzen Weſen jene Unentſchloſſenheit, welche ſtets wankende Ideen zu erkennen gibt.
So verfloß wieder eine Woche.
„Vielleicht beläſtige ich Sie mit meiner Gegenwart, mein Fräulein?“ ſagte der Graf eines Tages, da ihm dieß wirklich der Fall zu ſein ſchien..
„O nein,“ entgegnete Edith,„was mich beläſtigt, iſt einzig und allein meine Laune. Ich habe keinen ſchlimmeren Freund, als mich ſelbſt!“
„Und ich,“ ſagte er leiſe,„glaube keinen beſſern zu haben, als Sie mir in Ihrer unendlichen Güte ſind!“
Edith lächelte. Aber das Lächeln war matt.
„Was habe ich wohl gethan, um dieſes Lob zu verdienen?— Gar nichts!“
„Um Gotteswillen, ſagen Sie nicht ſo! Sie haben mir ebenſo viel gethan, wie die Engel, als dieſe ehemals die Sterblichen beſuchten, um ihnen Botſchaft vom Him⸗ mel zu bringen; diejenigen, denen ſie dieſe Botſchaft brachten, wurden geſtärkt und getröſtet: ſie fühlten, wie das Paradies in ihrem Herzen erwuchs, und ſie beteten die heiligen Boten an in ſtummer, aber demüthiger Entzückung.“
In Cdith's Augen glänzte eine Thräne— ſie wendete ſich ab.
„Habe ich etwas geſagt, das Ihnen beſchwerlich iſt oder mißfällt?“
„Das nicht; aber ich fühle mich beklemmt, Herr Graf, wenn Sie ſo ſchwärmen!“.
„Entſchuldigen Sie— ich wußte nicht, daß dieſes Schwärmerei iſt, Fräulein Edith— ich glaubte hiemit nur zu ſagen, daß ich hoffte, Sie als meine Freundin betrachten zu dürfen.“
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