Kleine mit feierlicher Würde.„Uebrigens ſollen Sie wiſſen, daß ich auch nicht ſo ganz unwiſſend bin, wenn ich auch nicht allzu gut leſen kann, wie der Prieſter ſagte, als er mich im letzten Frühlinge zum Abendmahl gehen ließ.“
„Du biſt alſo gottlob ein wenig bekannt mit den Wahrheiten des Chriſtenthumes?“
„Ja, verſteht ſich, ein wenig— und es wäre ſehr gut, wenn ich mehr lernte, doch.. ich ſoll wohl nicht immer mit dem Buche in der Hand ſitzen?“
„O nein, zum Theil wirſt Du Deine Bekanntſchaft mit Deinem aden Wanderleben erneuern— ich gehöre zu den Leuten, die bald hier, bald da Haus halten.. und dann ſollſt Du wohl auch einen hübſchen Anzug haben, worin Du glänzen kannſt, wenn wir des Sonn⸗ hug in der Kirche ſind oder auf einem Hofe uns auf⸗
alten.“
„Ja, wir werden ſchon einig, das höre ich wohl.
Und da Mutter keinen höhern Wunſch hat, als zwei Eſſer los zu werden— wir haben Beide guten Appetit, Murre und ich— ſo läßt ſie mich wohl ſehr gerne fahren.“
Und das that Mutter wirklich.
Sie knixte, dankte und ſegnete den guten, ehren⸗ werthen Herrn, der ihren armen Däumling nehmen und als einen ehrlichen Menſchen und nicht als einen Nar⸗ ren halten wollte, über den andere Leute lachen mußten.
Nachdem zwiſchen Janne und der dankbaren Mut⸗ ter eine Art von förmlicher Uebereinkunft über den
Kleinen und ſeine Zukunft getroffen worden war, ſo
ſetzte unſer ehrenwerther Onkel ſeinen Wegeforh wenn auch nicht eben drei Mann hoch— denn Murre konnte natürlich für keinen Mann gelten— ſo doch wenigſtens drei Leben hoch. Und herzlich vergnügt war er, den kleinen, allzu kleinen Schatten neben ſeinem eigenen Rieſenſchatten zu ſehen, und überdieß ungemein inter⸗
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