eben ſo gut, wie das des Reichen.
er Mond auf die hohen, ſchmalen Kirchenſanſt att
Erſtes Capitel. Auf dem Kirchhofe.
Es war Nacht, aber eine von jenen entzückenden Julinächten, deren geheimnißvolle Schönheit, wenn man ſie in Gottes freier Natur ſchaut, die Seele umſtimmt und macht, daß ſie ſich mit Widerwillen von ihren ab⸗ genutzten und ermüdenden Alltagsgedanken hinwegwendet.
Eine ſolche Nacht iſt der Sabbath der Seele, ihr
Sommertraum. Auf einem ländlichen Kirchhofe, neben deſſen fried⸗ licher Mauer ein Waſſerfall rauſchte, ſaß in dieſen ein⸗ ſamen Stunden ein Mann auf dem Poſtamente eines prachtvollen marmornen Grabmales. Er ſaß dort ſo unbeweglich, als wäre er mit dem kalten Steine zuſam⸗ mengewachſen. Daß aber ſein Herz nicht kalt war, das konnte man ſchließen aus der Kraft, mit welcher er die eine Seite des Sarkophages umfaßte.
Eben war der Mond aufgegangen über der Stadt der Todten und leuchtete klar durch zwei rieſige Pappeln, deren laubreiche Kronen ein durchſichtiges Dach bildeten über dem erwähnten Monumente, einem mit eiſernem Gitterwerk umgebenen Familiengrabe, durch deſſen jetzt. halbgeöffnete Thür man in den Friedensplatz treten konnte.
Der Mond aber beleuchtete das Grab des Armen⸗
Jeder grünende Hügel war verſilbert, jeder ſandige Gang ſchneeweiß, und die dunkeln Tempelmauern ſogar wurden hell durch den Wiederſchein des Glanzes, den
Ein launenhaftes Weib. I.


