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Meldung aus verfloſſenen Jahrhunderten, wie überhaupt noch Vieles in dem großen Reiche denſelben Typus trägt, wie damals.
Derſelbe Name, der Jahre lang in Rußland ſo viele Flammen des Haſſes und der Liebe ſchürte, der Name Demetrius, iſt jetzt ein Gegenſtand großer Verehrung und Huldigung, nämlich jener in Uglitſch auf das Gebet der Prieſter und auf Baſil Schuiski's Befehl angeblich ſo wunderbar zum Vorſchein gekommene Leichnam des er⸗ mordeten kleinen Czarewitſch. Damals zweifelten alle verſtändigen und einſichtsvollen Ruſſen an deſſen Echt⸗ heit, heutzutage iſt aller Zweiſel daran verſchwunden, jeder Orthodoxe glaubt feſt an das Wunder. Das Volk halt mit Liebe die Erinnerung an dieſen angeblich letzten Sprößling des alten Rurik'ſchen Herrſcherſtammes feſt und die Uglitſcher haben vor drei Decennien erſt dieſem jungen Märtyrer einen prächtigen„Potſwietſchnik“(Kan⸗ delaber von Silber) gewidmet, der neben ſeinem nur an Feſttagen geöffneten Sarge in der Archangelski Sabor (Kathedrale des Erzengels Michael) ſteht. Eine an dieſe „ Kathedrale gleichſam angehängte kleine Kapelle birgt den
Sarg Baſil Schuiski's, deſſen Grabſchrift ihn als„We⸗ likoi Knäs“(großer Fürſt) bezeichnet.
Verweht ſind die Tage jenes wilden Kampfes um den Thron, deren unſere Erzählung gedenkt, aber nicht die Erinnerung an ſie. Marina Misznek, die lateiniſche
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