Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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dete Doppelgeſchenk hatte ihr deſſen ganzes Wohlwollen

gewonnen und der würdige Schließer, welcher mit unge⸗ meinem Scharffinne die Talente eines ſein Kind gut er⸗ ziehenden Vaters und eines ſeine Pferde ſicher im Zügel haltenden Kutſchers als gleichbedeutend anſah, öffnete ihr ohne Zögern das unfreundliche Gemach ſeiner Gefan⸗ genen.

Marina's Stolz und Muth erlitt eine harte Probe. Sie ſah kein Ende ihrer Gefangenſchaft ab und mußte ein noch viel ſchlimmeres Loos fürchten, als das, welches jetzt ſchon ſie niederdrückte. Die Verhöre, die man mit ihr anſtellte, bezweckten nichts Anderes, als ſie zu dem für ihren Vater ſowohl als für alle mit ihr nach Moskau gekommenen Polen ſchwer gravirenden Geſtändniß zu bringen: ſie hätten um die von Demetrius, ihrem Ge⸗ mahl, geſpielte Betrügerrolle gewußt. Mit Abſcheu wies Marina dieſes Anſinnen zurück, ſelbſt als man ihr Straf⸗ loſigkeit und Freiheit verſprach, indem man ſie in dieſem Falle nur als eine zu böſem Trug Verführte betrachten wolle.

Wie ſehr verachte ich Euch, daß Ihr einer auf ihre hohe Abkunft mit Recht ſtolz ſein könnenden polniſchen Dame ſolche Entehrung ihrer ſelbſt zutrauen könnt! rief ſie entrüſtet.Sagt Euch die Vernunft nicht, daß an keinen Betrug gedacht werden konnte, da Se. Majeſtät der König von Polen meinen Gemahl als rechtmäßigen Sohn