Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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ſelbſt willen... es iſt das meine. Würde ich denn ſonſt hergekommen ſein?

Marina küßte ſie auf die Stirne.Du ſollſt ſehen, Kind, daß ich ſolch ein Herz wie das Deine, durch Ver⸗ trauen zu würdigen weiß. Siehe, daß ich jetzt über mein Schickſal ruhig bin, hat ſeine Urſachen, ſprach ſie.Ich will mich nicht ſchämen, zu bekennen, daß ich in den er⸗ ſten Tagen meines Aufenthaltes hier viele Thränen ver⸗ goſſen habe. Ach, die Erzählung vom Sturze der Engel aus den lichten Himmelshöhen in die finſtern Tiefen der Verdammniß hatte an mir ihre Wahrheit beſtätigt. Der furchtbare Wechſel meines Geſchickes erſchien mir ſo nie⸗ derſchmetternd, daß ich auch nicht einen troſtreichen Ge⸗ danken in mir fand, auf den geſtützt ich mich aufzurichten vermocht hätte. Erſt nach mehreren Tagen kehrte mir die Beſonnenheit zurück und ich ergab mich in mein Geſchick. Der Stolz hob meine Seele wieder und ich ſagte zu mir: Wie? im Glücke ſtolz auf unſern Werth ſein, iſt kein Verdienſt, denn das Glück ſelbſt iſt die beſte Amme deſſelben, doch im Unglück, im Leiden es zu bleiben, das erhebt uns über alle niedere kleinliche Geſinnung, das macht uns unſerer ſelbſt würdig. Wir dürfen nicht vor unſerer Schwäche erröthen. So fand ich mich wieder, und jetzt bin ich voll Hoffnung auf einen neuen Wechſel des Geſchickes.

Ich verſtehe Dich nicht, meine gnädigſte Herrin.

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