Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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Du ſagteſt, Du habeſt die Leiche des Czarewitſch nicht geſehen. Dadurch empfahlſt Du Dich dem den Thron beanſpruchenden Dimitry. Mit der dritten ſchlugſt Du Dich ſelbſt, denn Du nannteſt den einen Betrüger, den Deine zweite Lüge auf den Thron gehoben.

Ich bin nicht hergekommen, Predigten von Dir über mein Thun zu hören, entgegnete der Fürſt unmuthig. Eine runde Antwort verlange ich, hielteſt Du Dimitry wirklich für Deinen Sohn?

Du ſollſt ſie haben, Baſil Schuiski... eine wahre unverfälſchte Antwort, die Du als Mann von Worten drehen und deuten kannſt, wie es Dir paßt. Sie deutete auf einen Seſſel und als Baſil daſelbſt Platz genommen, redete ſie weiter:Es wird vielleicht kein Augenblick wie⸗ der in meinem Leben kommen, wo ich einem Sterblichen geſtatte, einen Blick in mein verſchloſſenes Herz zu werfen. Du ſollſt erfahren, Baſil, daß es Frauen in Rußland giebt, die nach dem Hoͤchſten ringen und Alles darum verleugnen können. Nach kurzer Unterbrechung begann ſie dann:

Als Czar Jwan Waſſieliewitſch mich zu ſeiner Ge⸗ mahlin wählte, gehörte mein Herz ſchon einem Andern, aber wie leicht wiegt das Gefühl, was wir im gewöhnli⸗ chen Leben Liebe nennen, gegen das ſtolze Bewußtſein, erhaben über einem Volke zu ſtehen! Im Czar Iwan liebte ich ſeine Krone, den Ruhm, Rußlands Herrin zu ſein. Leider ſtarb er für meine Pläne zu früh. Seinen

1861. 21. Eine lat. Czarin. I. 12