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Und Hunderte von Stimmen brüllten ihm nach:„Tod dem Ketzer!“ Alles war trefflich vorbereitet. In dieſen Schrei der Empörung miſchte die große Glocke ihre Don⸗ nerſtimme und bald ſangen alle dreitauſend Glocken von Moskau ihr nach. Die Lüfte zitterten von der furchtba⸗ ren Sturmhymne, die wie ein immerwährender dröhnen⸗ der Schrei über der Stadt und dem Kreml hinwirbelte. Zu gleicher Zeit durcheilten kleine Schaaren Bewaff⸗ 4 neter die Vorſtädte unter dem Geſchrei:„Zu den Waffen nach dem Kreml! der Czar wird ermordet!“ Gleich einem Weckrufe für Todte fand dieſes Geſchrei in Aller Ohr Eingang, bald waren die Straßen von Tauſenden ge⸗ füllt.„Wer ermordet den Czaren?“ brüllten Hunderte b von Stimmen und die Antwort:„die Lithauer“(ruſſiſche Bezeichnung der Polen)] entfeſſelte einen Sturm unſäg⸗ licher Wuth. Mit geſchwungenen Aexten und Beilen und dem Geſchrei:„Nieder mit den Lithauern!“ ſtürzte ſich der aufgeregte Pöbel auf die von den Ver ſchworenden ſchon im Voraus, um jeden Irrthum zu vermeiden, mit Kreideſtrichen bezeichneten Wohnungen der Polen, brach die Thüren auf und das ſcheußlichſte Mordgeſchäft begann an den ſchlafenden Fremdlingen. Der Anbruch des Morgens ſah hier einen Kampf der Vernichtungswuth und heldenmäßiger Gegenwehr, jedes gemordeten Polen Leben wog zwanzigfache Gegenopfer auf Seite des wahn⸗ ſinnig gewordenen Moskauer Pöbels auf; die von den


