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Unterſtützung auf den Thron gelangt und ſolchergeſtalt Rußland in eine von ſeinem alten Erbfeinde gewiſſer⸗ maßen abhängige Lage gerathen ſei. Eine polniſche Na⸗ tionalmelodie ſchmetternd und von dem Wirbel der Pau⸗ ken begleitet zog ein Trompeterchor dem ungeheuerlich ausgerüſteten Huſarentrupp von mehreren hundert Mann durch die Straßen voran und ihnen an ſchloß ſich eine lange Reihe von Wagen mit vornehmen polniſchen Her⸗ ren, unter denen der Vater der Braut, der Palatin von Sandomir, in einem prachtvollen Sechsſpänner vorauffuhr.
„Iſt es nicht gerade, als ob dieſe Heiden ihren Ein⸗ zug in eine eroberte Stadt hielten?“ flüſterte ſich das mit Widerwillen und Groll erfüllte Volk zu, während Viele meinten, es müſſe in Polen Brauch ſein, mit Ei⸗ ſen gepanzert zur Hochzeit zu gehen. Der ſich Aller be⸗ mächtigende Unwille war die Urſache, daß der Eindruck, den die Czarenbraut machte, ein vorübergehender, ſchnell verflüchtigender wurde.
Maria Misznek beſaß eine hohe majeſtätiſche Ge⸗ ſtalt und war, unterſtützt durch Glanz und Friſche der Jugend, eine der ſchönſten Jungfrauen Polens. Sie war in ein weißſeidenes Gewand, über dem ein vorn offe⸗ ner lichtblauſammtener, reich mit Silber geſtickter Ueber⸗ wurf mit weiten Hängärmeln herabfiel, deſſen Schnitt an die ſogenannten Kaczawaikas ihres Vaterlandes er⸗ innerte, gekleidet. Ihr Haupt bedeckte ein weißer Sam⸗
1861. 21. Eine lat. Czarin. I. 2


