Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
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vom Waſſerſaum umrandeten Bilde, hebt ſich der Mittel⸗ punkt des Ganzen, die gleichſam über einander ſtehenden Kremlgebäude ſelbſt, welche in dem rieſigen Iwan Weli⸗ koi(Säule) mit ſeinem weithin funkelnden vergoldeten Kreuze ihre höchſte Spitze finden, wie ein Juwel über die

Czarenhauptſtadt hervor. Zauberiſch ſchön fließen Roth,

Gold, Silber, Weiß und Grün in dem prachtvollen An⸗ blick zuſammen, ein poetiſcher Hauch überſchwebt ihn, die wunderbaren Märchen des Orientes ſcheinen hier ihre Verkörperung gefunden zu haben. Wie leuchtende, feſtge⸗ bannte Meteore ſchweben die vielen goldenen und ſilber⸗ nen Kuppeln, deren jede Kirche wenigſtens fünf, die eine ſogar ſechszehn hat, in der Luft. Mit ihren ſchlank über ſie ſich erhebenden Thürmen gleichen ſie geſchloſſenen Blu⸗ menkelchen, aus denen zarte von funkelnden Kreuzen ge⸗ krönte Staubfäden emporragen. Von dieſen Kreuzen gleiten die Sonnenſtrahlen an vergoldeten Ketten zu den Kuppeln nieder, Alles iſt Glanz, Alles pittoresk, einer fremden Welt entlehnt, über der der Duft des Märchens ausgegoſſen, Auge und Herz entzückt.

Als Bild eines reichen glanzdurchfloſſenen Lebens prangt der Kreml im Sonnenleuchten, geiſterhaft aber ſchaut er im Mondenſchimmer auf die vom Treiben des Tages ruhende Stadt. Er hat ſo viele Jahrhunderte des Wechſels von Glück und Unglück, ſo viele große Ereigniſſe an ſich vorüberziehen ſehen, wie die kleinen klaren Wellen