unbehagliches Gefühl hatte Lindorm bisher abgehalten, ſeines jungen Verwandten zu erwähnen.—„Das iſt in der That ſehr ſonderbar. Ich war der Meinung, daß für gegenwärtig ſein Hauptquartier in Roſendal ſei, um, wie es einem getreuen Ritter geziemt, die Damen in Abweſenheit des Burgherrn zu beſchützen.“
„So viel ich weiß,“ bemerkte Waldenberg lächelnd, „haben ſie für jetzt keinen andern Ritter, als Willy; doch mit dem raſchen, freundlichen Knaben iſt ihnen auch recht wohl gedient. Was nun Lieutenant Sus⸗ betrifft, ſo machte er nur einen kurzen Abſchiedsbeſuch in Roſendal und reiste dann in Geſellſchaft des Ober⸗ richters Holk nach Björkö, wo er, wie er ſagte, bis zu Ihrer Wiederkehr bleiben wollte.“
Der Baron ſchien mit dieſer Nachricht ſehr zu⸗ frieden.„Ich werde an Arthur ſchreiben,“ ſagte er,
„und wenn Sie ihm meinen Brief ſchicken, Herr Ver⸗
walter, ſo hoffe ich, daß er wieder kommen wird. Sie können auch ſeine muntere Geſellſchaft in dem öden Engelvik wohl brauchen.“
Den Tag nach ſeiner Ankunft in Ejkenberg war Waldenberg im Hauſe des Feldwebels geweſen, und unter Konſtanzens Fenſter, dort, wo Müller in jener ſchrecklichen Nacht mit ſo viel Qualen kämpfte, pflanzte ſein Freund mit eigener Hand zwei Trauerweiden und dazwiſchen einen Cypreſſenzweig. Die beiden erſteren ſchoſſen auf und ſtehen noch da, wie eine Erinnerung aus dem Heimathland der Sage.
Kramer und ſein Weib ſind ſeitdem längſt zur Ruhe gegangen; das alte Eulenneſt iſt ſeit vielen Jahren weg⸗ raſtrt und ein neues, nettes Haus, nicht weit davon erbaut, wird jetzt von dem neuen Inhaber des Wohn⸗ platzes bewohnt. Nur eine Ruine in der öden Gegend erinnert den Reiſenden daran, daß es auch hier einſt Weſen gab, die lebten und ſich freuten, wie er. Der neue Feldwebel zeigt gerne jene Stelle, und berichtet mit Vergnügen die traurigen Begebenheiten, welche die Tradition davon bewahrt hat.
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