Müller, als er zu einem klaren Bewußtſein ſeines gren⸗ zenloſen Elends erwachte. Er fand ſich dann in einer kleinen Stube, auf einer elenden Bank liegend. Der alte Verwalter ſtand an ſeiner Seite, und während große Thränen in den grauenden Bart des Greiſen niederfielen, bemühte er ſich, dem tief zerſchmetterten Jünglinge Worte des Troſtes und der Beſänftigung zuzuſprechen. Aber aus Furcht, es möchte ſie Jemand ſehen und entdecken, wer ſein Schützling ſei, drängte der Verwalter den Erſchöpf⸗ ten. Sie mußten ſich wieder aufmachen. Der Bewohner der Stube war zwar nur ein alter taubſtummer Greis; aber der Verwalter hatte dem Oberjägermeiſter gelobt, alle mögliche Vorſicht anzuwenden; und ſo matt auch der arme Müller war, und ſo weh es dem Verwalter that, ſie mußten fort. Wilſon hatte von ſeinem Herrn den Be⸗ fehl erhalten, Müllern bis nach Gefle zu begleiten, wo ſie endlich nach mehreren Tagreiſen, die durch Müllers verſchlimmerten Zuſtand verlängert worden waren, anlang⸗ ten. Nachdem der Verwalter ein Paar Tage über ſeinem jungen Freund gewacht hatte, ſchieden ſie, mit dem Ver⸗ ſprechen von Wilſons Seite, Müllern ſchriftliche Nach⸗ richten davon zu geben, wie die Lage der Dinge in Ham⸗ ringen war und künftig werden konnte.
Dieſe Briefe ſollten nach B“** geſchickt werden, wo ſich Müller eine Zeit lang aufhalten wollte, ehe er heim⸗ reiste. Von dem genannten Orte aus erhielt ich mehrere lange, herzzerreißende Briefe von ihm, welche die letzteren Begebenheiten, die ich hier geſchildert habe, aufklärten.
Inzwiſchen war Müllers Geſundheit ſo zerſtört, daß er alles Ernſtes in B'*'** erkrankte, und mehrere Wochen lang in einer glücklichen Bewußtloſigkeit ſeines wahren Zuſtandes ſich befand. Seine erſte Frage, als er ſich wieder zur vollen Beſinnung und Kenntniß ſeines ſchreck⸗ lichen Geſchickes erwacht fühlte, war nach Briefen. Ver⸗ ſchiedene waren angelangt, unter andern auch einer vom Verwalter Wilſon, den er mir nachher ſandte. Sehen Sie hier ſeinen betrübenden Inhalt.“—


