Teil eines Werkes 
1.-3.Theil (1843)
Entstehung
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friedenreiches Glück in ſich, das ſie weder begriff, noch in die Formen der ſchöpferiſchen Einbildungskraft klei⸗ dete, ſie genoß bloß das Neue und Liebliche deſſelben, und war im Uebrigen ruhig und gleichmüthig.

Lindorm, der eine große Neigung für den jungen, anſpruchloſen und doch gebildeten Mann gefaßt hatte, bat den Kapitän, ſeine Beſuche öfters zu wiederholen, und dieſer vergaß dieſe Einladung nicht. Jede Woche war er zwei bis drei, ja endlich viermal in Engelvik, und wurde immer freundlich von dem Baron, gnädig von der Baronin und erröthend von Alida empfangen. Es war ihm nun geglückt, recht genau in ihre dunkel⸗ blauen Augen zu ſchauen; und da er darin Alles, was er hoffte, und noch eine ganze Menge darüber geleſen hatte, ſo wagte er es an einem ſchönen Frühlingsmor⸗ gen, da die Zeit ſeiner Abreiſe herannahte, ihr eine Pro⸗ menade in der friſchen Luft vorzuſchlagen. Verlegen zupfte die Holde an ihrer Schürze und warf einen ver⸗ ſtohlenen Blick auf ihre Gebieterin.

„Der Morgen iſt ſehr ſchön, und friſche Luft ſcha⸗ det nichts. Du ſitzeſt ohnedem allzu viel,“ ſagte die Baronin, die dabei vergaß, daß die arme Alida kaum allemal eine Viertelſtunde ſtill ſitzen durfte; aber der eigentliche Grund davon war, daß ſie nicht ſehr viel Scharfſinn brauchte, um zu errathen, wie ein ſolcher Spaziergang endigen würde; und da es ihr innigſter Wunſch war, Alida aus dem Hauſe zu bringen, ſo gab ſie mit Vergnügen ihre Einwilligung dazu. Der Baron machte eine ſprechende Bewegung mit dem Kopf, und da

der kleine Guſtav ſeine Mütze nehmen und mitſpringen

wollte, traf er zum erſten Mal Widerſtand.„Bleibe da, mein Junge,“ ſagte der Baron und winkte ihm zurück.

So begaben ſich nun die jungen Leutchen auf die wichtige Fahrt; und obgleich die ÜUnterredung, die hier zwiſchen dem Kapitän von Werdenberg und Fräulein von Hres ſtattfand, unbekannt geblieben iſt, ſo können wir doch das Reſultat davon berichten, nämlich, daß am folgenden Sonntage eine chriſtliche Weliche Ver⸗