Erſtes Kapitel.
Da ſtieg herauf aus der Unterwelt Fluth Zwar nicht der Tod, doch deſſen juͤngerer Bruder. Tegnér.
Es war ein trüber und ſtürmiſcher Abend, wolken⸗ hohe Wellen ſtürzten gegen den Strand und beſpritzten mit ihrem Schaum einen Mann, der ſich bemühte, ein kleines Boot loszumachen. Er ſah mit düſtrem Blicke nach der andern Seite der Bucht hinüber, ſchüttelte be⸗ ſorgt den Kopf und murmelte zwiſchen den Zähnen:
„Wir büßen hier ſicher unſer Leben ein; wozu nützt dann der Verdienſt? Er iſt wahrhaftig ganz toll; ich muß ſuchen, ihm dieß Wagniß auszureden.“
Nun hörte man raſche Schritte ſich nähern, eine hohe, wohl eingehüllte Figur kam eilig heran.—„Haſt Du los?“ fragte er unruhig und legte die Hand auf die Schulter des Mannes.
„Gleich, Herr; aber erlaubt mir, ich muß Euch meines Herzens Meinung ſagen. Das heißt Gott ver⸗ ſuchen, wenn man in einem ſolchen Wetter auslauft. Wartet nur, bis der Tag graut; dann hat ſich der Sturm gelegt. Ihr könnt auf meine Erfahrung bauen! ich bin ein alter Seemann. Und ſollte auch der Wind gegen Vermuthen fortfahren, ſo ſehen wir dann doch, wohin wir unſern Weg zu nehmen haben. Die Orkane der Novembernächte laſſen nicht mit ſich ſpaſſen.“


