Teil eines Werkes 
4. Theil (1849)
Entstehung
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wo ſie allen möglichenComfort haben konnte, mit Ausnahme deſſen, was ſie am meiſten liebte wir meinen die Freiheit.

So, Lona, ſei nun nur nicht böſe; ich kann meiner Seel' nicht helfen und ich verſpreche, daß es nicht mein Fehler ſein ſoll, wenn Du nicht bald heraus kommſt!

Bei dieſem unerwarteten und merkwürdigen Wende⸗ punkte in Madame Lona's Leben nahm ſie eine Miene von melancholiſcher Würde an. In dem Blicke, mit welchem ſie ihren Herrn betrachtete, lag kein Vorwurf; aber in der Geberde, womit ſie den Kopf zurückwarf und die Tatze bewegte, lag ein tief, faſt unverbeſſerlich verletzter Stolz.

In dieſem Augenblick war Lona erhaben!

Es war auch ganz eigen, den Alten zu ſehen, wie er mit dem Körper draußen ſtand und den Kopf durch die halb offen gehaltene Thür ſteckte, und zu betrach⸗ ten, wie ſeine Miene ſich in jedem Augenblicke verän⸗ derte. Bald hatte er ſichtlich die Abſicht, nachzugeben und ſeine Favorite wieder freizulaſſen: er hielt ja ſo viel von ihr; bald nahm er wieder eine martialiſche, unbewegliche Miene an, aus welcher man abnehmen konnte, daß er tapfer ſein wollte oder, richtiger, mußte, und unter dem Einfluſſe eines ſolchen Gedankens ge⸗ ſchah es denn auch, daß er die Thür heftig zuwarf, den Schlüſſel einſteckte und hinweg eilte.

Aber neue, friſche Gedanken verdrängten bald die Gedanken an Madame Lona; und nachdem der alte Herr die Trümmer ſeiner ſchönen Gruppe zuſammen⸗ geſucht, die Uhr betrachtet und darauf in den Spiegel geſehen hatte, wobei ein anmuthiges Lächeln anzeigte, daß er ſeine Perſon in ganz vortrefflichem Zuſtande fand er war auch wirklich mit großer Sorgfalt gekleidet ſtieg er die Treppe hinauf zu der obern Etage, wo man von dem Balcone im Salon die wei⸗

teſte Ausſicht im ganzen Hauſe hatte.