18
„Das wäre ſehr beſcheiden, Herr Capitain; doch weiß ich nicht recht, ob Mamſell Roſa das ſo ganz nach ihrem Sinne finden wird.“
„Was nun, Freund Bas?“
„Ja, ſehen Sie, Herr Capitain, es war ein Ver⸗ trauen von ihr, und da es gewiß nicht ihre Meinung war, daß ich es vor Ihnen ausſchwatzen ſollte, ſo könnte ſte es übel nehmen, wenn der Brief nicht in meinem Namen wäre.“
„Vielleicht haſt Du Recht; aber dennoch mußt Du mir nun Alles umſtändlich erzählen, denn es iſt wirklich recht ſonderbar!“
„Soll ich Ihnen nicht inzwiſchen beim Anziehen helfen? denn Petter darf meine Geſchichte nicht hören.“
„O nein, zum Anziehen iſt's noch zu früh.... Wie kamſt Du mit Mamſell Roſa in's Geſpräch?“
„Ein richtiges Geſpräch kam nicht eher als am allerletzten Abende zu Stande; doch ſehr oft hatte ich ſchon den Hut vor ihr abgenommen und ſie hatte mir ſo herzinnig gut zugenickt, als wollte ſie ſagen: ich kenne Dich recht gut, Conſtabel, oder mein lieber Bas!“
„Da ſollte man alſo glauben, daß ſie wußte, wer oder auf welchem Fahrzeuge Du warſt?“
„Ja, Herr Capitain, das wußte ſie meiner Seel ſo gut, wie ich ſelbſt, wie Sie gleich hören werden!“
Albin nickte, wagte aber kein Wort weiter zu ſagen, aus Furcht, er könnte ſein tiefes Intereſſe verrathen; dieſes aber ahnte Bas ſchon, denn Bas hatte in Liebes⸗ ſachen eine feine Naſe.
„Sie wiſſen wohl noch, Herr Capitain, daß Sie mir am letzten Abende, da wir in Wisby lagen, den Befehl gaben, ich ſollte zu Erlandsſon's Frau gehen und ihr einen Zehnreichsthaler⸗Bancozettel bringen. Nun, ich war kaum hingekommen und hatte meinen Auftrag ausgerichtet, ſo ging die Thür auf und die hübſche Mamſell Roſa trat herein.“
„SO,“ dachte Albin,„er hat ſte ſpäter geſehen, als ich— wie werde ich ihn fragen können?“


