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Lange und mit Rührung betrachtete Albin dieſes Kreuz, das die Sage von dem Jungferthurme und Jung⸗ hanſens Tochter, vor Allem aber die ſchöne Erzählerin, ſo lebhaft wieder vor ſeine Erinnerung brachte. Er ſah ſie jetzt in der Phantaſte eben ſo lebhaft und deutlich, wie damals, als ſie in ihrem ſchwärmenden Gefühle den Zug beſchrieb, in welchem Junghanſens Tochter ſich befand.
3„Dieſe Wochen,“ fuhr er in ſeinen Gedanken fort, „hätten, wenn nicht der dumme Spaß Alles verdorben hätte, noch weit herrlicher ſein können!“ Wir wiſſen nicht beſtimmt, was Albin mit dieſem„noch weit“ meinte, vermuthen aber beinahe, daß es im Zuſammen⸗ hange ſtand mit den Zufällen, die es mehrmals ſo gefügt hatten, daß ihm auf der Straße eine gewiſſe junge Dame begegnet war, die nicht den geringſten Widerwillen gezeigt hatte, unter der Fortſetzung des Weges ein wenig mit ihm zu plaudern. Und vielleicht dachte er eben an dieſe kleinen, angenehmen Geſpräche, als ein ſonderbarer Laut ihn in ſeſem Nachdenken unterbrach und machte, daß er ſich ſchnell umwendete.... Faſt verſteinert ſtaurte er vor ſich hin bei dem Anblicke, der ſeine Augen traf.
Dicht an der andern Seite des Zaunes erhob ſich langſam eine Figur, oder richtiger zwei, ein Jüngling und ein Hund, welche Beide den Fremdling mit Blicken betrachteten, die deutlich zu ſagen ſchienen:„Was willſt Du hier— wir warten hier auf Jemand!“ Und Un⸗ recht hatten Sie nicht, zu warten, denn wirklich pflegte eine der jungen Töchter von Wisby an jedem Dienſtags⸗ abende zu kommen und den alten Kranz, der auf dem ſteinernen Kreuze hing, gegen einen friſchen zu ver⸗ tauſchen.
Weit entfernt, zu begreifen, daß er im Wege ſtände, konnte Albin ſeine Blicke nicht von dem Jünglingé los⸗ reißen— dieſe hellen Locken, dieſe ſanften blauen Augen, dieſe ſo melancholiſche Stirne waren alte, aber dennoch lebendige Erinnerungen in ſeiner Seele.
„Mein Herr,“ ſagte er, ohne ſich ſelbſt ſeine Drei⸗


