Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Sturmbö auf dem Meere hin- und hergeflattert; und ſein kleiner, leichter Ueberrock von hellem Sommerzeug hatte einen Schnitt und eine Farbe, welche nicht die geringſte Verwandtſchaft mit dieſen alten blauen Fries⸗ jacken haben, die gewöhnlich von der ſchwediſchen See⸗ mannstracht unzertrennlich ſind. Fügt man nun hinzu, daß unſer Capitain einen kleinen coquetten Kinnbart trug, der ihm unbeſchreiblich ſchön ſtand, daß ſein dunkler Backenbart, nicht ſtruppig, wie der Seetang, ſondern ganz leicht gepinſelt, ſich an eine von der Sonne gelinde gebrannte Wange ſchloß, ſo meinte man eher einen Stutzer auf der Promenade zu ſehen, als einen Schiffer auf ſeiner Schute. Hörte man aber wieder den ruhigen und vollen Baß des Capitains Stangerling bei der Er⸗ theilung eines Befehles, ſah man ihn zufällig in einem harten Kampfe auf dem Meere ſelbſt hineilen, um dieſes oder jenes Manöver auszuführen, um durch ſein eige⸗ nes Beiſpiel ſeine Untergebenen noch mehr zu beleben, ſo überzeugte man ſich, daß er ein echter Seemann war, und man verzieh ihm von Herzen ſeine kleine Schwäche, daß er ſo große Sorgfalt auf ſein Aeußeres verwendete, welches der Wahrheit gemäß angenehm genug war, um beinahe eine kleine Eitelkeit zu rechtfertigen.

Capitain Stangerling war keineswegs bigott— himmelweit davon entfernt— da er aber ein Mann war, der feſt auf die Vorſehung vertraute und zugleich fühlte, wie nothwendig eine ſolche Zuverſicht für jede Seele iſt, welchen Muth und welche Sicherheit ſie ein⸗ flößt, ſo pflegte er gewöhnlich an jedem Sonntage, wenn nicht eine widrige Witterung ſeine Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm, eine Art von Predigt vor der Beſatzung zu halten. Er las keine ſolche aus einer Poſtille vor, diß erklärte er nicht das Evangelium des Tages, ſondern, nachdem dieſes vorgeleſen war, redete er auf⸗ſeine eigen⸗ thümliche Weiſe, eine Weiſe, welche die Leute verſtanden und liebten, weil dieſelbe zu gleicher Zeit ein ſo ſchönes Zeugniß gab von einem warmen Seemannsgeiſte und