Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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man kann wohl begreifen, daß er todt war, als er Euch entgegen gefloſſen kam.

Halwar ſtellte ſich, als verſtände er den groben Scherz gar nicht, ſondern ſagte nur als Antwort auf die Frage:Er gab mir zehn Goldſtücke mit einem Kerl darauf, der Pfeile in der Hand hält.*) Aber ich ver⸗ grub ſie, ſobald wir an's Land kamen, an einer Stelle, wo ſie meines Erachtens in guter Ruhe waren, und dort mögen ſie liegen, bis ich todt bin, und vielleicht nachher auch noch, meine ich.

Seid Ihr toll und beſeſſen, Vater Halwar, daß Ihr Euch nicht von dem Erbe frohe Tage macht, anſtatt es in der Erde verroſten zu laſſen?

Uſch! meint Ihr, ich wollte dieſes Geld anrühren? Nein, ganz gewiß nicht!

Rasmus und Tönne wechſelten einen Blick voll un⸗ begrenzter Verwunderung.

Wenn Ihr ſo leckerer Natur ſeid, ſagte der Letz⸗ tere,wie könnt Ihr da mit dem Capitain Holgerſen ſegeln, und das noch dazu, wie es ausſieht, ſehr gerne?

O, das verſteht Ihr nicht: es iſt nicht Alles hier in der Welt ſo, wie es ausſieht, und Vieles ſieht man gar nicht. Aber ſeht, als meine Mutter(Gott erfreue ihre Seele) vor meiner Geburt in den letzten Tagen ging, ſo erblickte ſie einen großen, grimmigen Wolf, der ſie unmenſchlich erſchreckte. Es war ihr, als wollte er ihr Blut trinken, und das hätte er wohl auch gethan, wenn keine Hilfe dazwiſchen gekommen wäre. Nun gut; es ging ſo, wie es nicht anders gehen konnte: als ich gleich darauf zur Welt kam, ſo biß ich um mich wie ein⸗Wolf, und ſo erhielt ich ein wildes Gemüth und konnte Blut und andere Abſcheulichkeiten ſehen, ohne zu erſchrecken. Aber ſeht, Sündengeld anrühren, das kann ich nicht, denn meine Mutter war eine ehrliche und rechtſchaffene Seele und ſagte noch kurz vor ihrem Tode zu mir:

*) Das Gepräge der holländiſchen Ducaten. Anmerk. d. Verf.

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