Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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uem vohl öhe war

Zweites Capitel. Die erſte Wache.

Die dumpfe Windſtille, welche den Kutter und den franzöſiſchen Schooner zu Geſellſchaftsbrüdern gemacht hatte, war ſchon zu Anfange des Nachmittages durch einige leichte Windſtöße vertheilt worden, welche nicht nur die Luft reinigten, ſondern auch, wenn auch nur gelinde, die ſchlaffen Segel füllten.

Innerhalb einiger Stunden hatten die beiden Fahr⸗ zeuge einander aus dem Geſichte verloren.

Es war in der Dämmerung. Die Sonne war ſchon über den noch in weiter Ferne ſichtbaren ſchottiſchen Hochgebirgen untergegangen und hinabgeſunken in ein Bett von blutrothen, hie und da von einem in Violett und Azur ſchillernden Spitzengewebe durchbrochenen Wol⸗ ken, auf denen die phantaſtiſchſten Figuren auf und ab zu tanzen ſchienen.

Du brauchſt das Treibſegel noch nicht einzuziehen, Halwar! ſagte Holgerſen, indem er, die Pfeife aus dem Munde nehmend, den Blick auf das Spiel der Wolken richtete:die Sonne weiſſagt ſo und ſo. Sollte der Wind ſpäterhin weſtlich werden, ſo bekommen wir einen Treiber, und da kannſt Du mich herauspurren!

Soll geſchehen, Herr Capitain!

Es iſt wohl noch ſo viel Rum in der Flaſche dort, daß jeder von Euch einen Grog bekommen kann, um Euch warm zu halten? es iſt heute Abend kalt!

Holgerſen ging hinab in ſeine Kajüte; doch ſah man bei dem Lampenſcheine durch das Scheilicht, daß er nicht zu Bette gegangen war.

Solche Kuͤchlein, wie Ihr, können auch ohne Grog Wärme genug im Blute haben! meinte Halwar Jenſen, indem er ohne viele Umſtände ſich der Flaſche bemäch⸗ tigte und an das Steuer zurückkehrte.