b Erſte Abtheilung.
Erſtes Capitel. Die Fiſcherei in der Nordſee.
Ein ſtarker ſüdöſtlicher Sturm hatte mehre Tage hinter einander an der öſtlichen Küſte von Schottland Bewüithei und die Rettungsboote in Bewegung geſetzt. ennoch hatte die Nordſee eine weit größere Anzahl von Herzen in ihrer kalten Tiefe beruhigt, als vor Dankbar⸗ keit ſchlugen für dieſe wenig bemerkten Helden, welche, oft in Lumpen der Armuth gehüllt, aber doch mit Men⸗ ſchenliebe und Muth in der Bruſt, ihr Leben wagen, um Andere zu retten, und welche ihre Medaillen„für lobens⸗ werthe Handlungen“ unter und nicht auf den Röcken tragen. Jetzt aber lag der gewaltige Geiſt des Sturmes gebunden, und als am 17. September des Jahres 18.. die Sonne den Schauplatz des Kampfes der vorher⸗ gehenden Tage beleuchtete, ſo erſchien das Meer gleich einer ebenen, glänzenden Waſſereinöde. Ein gekappter Maſt, einige zerbrochene Stangen und eine Schiffsſcha⸗ luppe mit dem Kiele nach oben gekehrt und in der Ent⸗ fernung einem gigantiſchen Delſtne ähnlich, waren die einzigen Gegenſtände, welche den Gedanken auf die Schreckensſcenen richteten, die hier vorgegangen ſein mochten. Das Meer war ſtill geworden: es ruhte aus von den gehabten Anſtrengungen— der Nothruf der von ihm verſchlungenen Opfer wurde nicht mehr gehört. etwa neun bis zehn Meilen von der ſchottiſchen Küſte erblickte man zwei Fahrzeuge in nicht größerer Der Jungfernthurm. I. 1


