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„Danke, danke, Herr Schwiegerſohn; ich halte mich an das Huhn, das mein alter Freund tranchirt. Darf ich Sie um einen Flügel bitten, mein verehrter Vetter! Wir Alten thun am Beſten daran, denke ich, wenn wir uns an die zahme Generation halten.“
„Ganz recht, Frau Schweſter! Ich habe Zeit meines Lebens die Wildpretjagd nicht geliebt; aber nichtsdeſto⸗ weniger,“ ſagte der Großhändler lächelnd, indem er auf ſeine jungen Komptoiriſten ſah,„finden ſich noch genug Vogelfänger in meinem Haus.“
Da der alte Billing ſehr ſelten Spaß machte, lachten alle bei ſeinem Einfall gegen die jungen Herrn, als ſich plötzlich ein haſtiges Klopfen an der Thüre hören
ließ. 3„Herein,“ rief Waldemar, und ein Livrébedienter öͤffnete und fragte nach Doctor Klein.
„Das bin ich: was wünſchen Sie?“
„Die Frau Baronin von K., die eben in der Stadt angekommen iſt, läßt den Herrn Doctor bitten, er möchte ſo gut ſein und ſie gleich beſuchen; denn ſie befindet ſich ſehr unwohl von der Reiſe.“
Ehe der Bediente noch ganz ausgeſprochen hatte, war der Doctor ſchon vom Tiſche auf, nahm Hut und Stock und eilte zum Wirthshauſe. Marie rief ihm nach: hnen möglich iſt, lieber Waldemar, ſo führe ſie
ieher! 1 Der Doctor nickte ſeiner Frau freundlich zu, und eilte auf die Straße. Bald ſtand er vor ihrem Zimmer, und ſchöpfte einen Augenblick Athem, ehe er hineinging. Er zitterte vor Schmerz und Freude zugleich, die arme Julie wieder zu ſehen. Zwar hatte er ſie nie geliebt; aber ſie waren in einem Verhältniſſe geſtanden, das es unmöglich machte, ſie mit Gleichgültigkeit anzuſehen Ueberdieß hatte er gehört, daß ſie krank und unglücklich ſei, eine Anſprache mehr an Kleins warmes, theilnehmen⸗ des Herz.


