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Evas⸗Tochter, doch in jedem Falle gehörſt du unter die beſten. Deßhalb magſt du wohl noch ein Bischen eitler werden, ohne daß du dich darüber zu ſchämen brauchteſt.“
„Ja ja, meine Marie,“ rief der Doctor lachend, „jetzt biſt du von dem Regen in die Traufe gekommen. Doch um dich zu tröſten, will ich aufrichtig bekennen, daß ich einen kleinen Grad von Eitelkeit gerne an dir ſehe: denn das beweist, daß du trotz deiner vielen guten und liebenswürdigen Eigenſchaften doch ein Weib biſt. Und eine Heilige habe ich mir nie gewünſcht.“
„Nun, ſo wäre alſo die Sache zur Zufriedenheit der Herrn abgemacht,“ ſagte Marie lächelnd.„Aber jetzt be⸗ kenne ich aus freien Stücken, daß ich noch einen Fehler von unſerer guten Stammmutter geerbt habe, nämlich etwas Neugierde, weßhalb du mich, mein lieber Waldemar, wohl wiſſen laſſen dürfteſt, was der offene Brief da ent⸗ hält, den du in deiner Hand hältſt?“
„Ach, wie habe ich dieſe angenehme Neuigkeit ver⸗ geſſen konnen? Dein Hut iſt Schuld daran, und die damit verbundenen Betrachtungen, und doch enthält dieſer Brief die ſchönſte und willkommenſte Ueberraſchung zu deinem Geburtstage. Rathe, Marie!“— Er hielt den Brief in die Höhe.
„Nein, wahrhaftig, ich weiß es nicht! Er iſt doch wohl nicht von Knapergaarden? O ſag, ſag! Ich fange an, eine frohe Ahnung von ſeinem Inhalte zu be⸗ kommen.“
„Ja gerade daher. Hier am Rande des Briefes ſtehen zwei Zeilen von Guſtav ſelbſt, der, glaube ich, vor Freude faſt närriſch iſt. Das Schreiben iſt übrigens von Brink, und lautete alſo:“
Klein ſchlug den Brief auseinander und las laut:
„Beſter Herr Doctor!
„Ich beeile mich, Sie und Ihre liebenswürdige Frau zu benachrichtigen, daß der ſo ſehr gefürchtete Zeitpunkt, zu welchem wir Sie hier erwarteten, jetzt


