Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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jetzt keinen Anſtand nehmen, das Loos des ſonſt ſo ver⸗ achteten Wills zu theilen, aber nach dem, was mir Muhme Neta erzählt hat, welche ich vor ein paar Tagen auf der Straße antraf, wie ſie eben ihren Alten heimſchro⸗ tete, den ſie als Kapitän attrapirt hatte, will er jetzt auch nicht derGutgenug ſeyn, und erhebt ſeine Augen zu der Tochter ſeines bisherigen Prinzipals.

Dieſe Nachrichten über unſern alten Bekannten wer⸗ den Dich ſicherlich intereſſiren... Nun, Glück zu, Bruder! Ich habe ein Regierungsblatt geleſen, daß Du Deinem Amtmann adjungirt worden biſt. Unter Deinen jetzigen günſtigen Verhältniſſen ſoll es mich gar nicht wundern, wenn Du auch bald den Dienſt ſelbſt erhalten wirſt....

Meine Frau, welche ich zu meiner großen Ver⸗ wunderung noch ebenſo liebenswürdig finde, wie im Anfang, laͤßt Deine Mathilde herzlich grüßen. Mit großer Freude habe ich aus Deinem letzten Brief erſehen, daß Du bald Hochzeit zu machen gedenkeſt. Gratulor quam Maxime!

Gott möge uns Beide vor Papa Laßmans Schick⸗ ſal bewahren! Man lernt aus ſeiner Geſchichte, wie gefährlich es für einen alten Junggeſellen iſt, eine junge Frau zu nehmen. Lob und Dank dem Alten noch in ſeinem Grabe, daß er uns ſo manches Mal aus der Klemme geholfen hat, noch mehr lobe ich ihn aber dafür, daß er ſo geſcheidt war, faſt mit ſeinem letzten Athemzuge noch ſeine beeinträchtigte Würde als Eheherr zu rächen! Er konnte indeſſen freilich nichts Beſſeres thun, als ſich hin⸗ legen und ſterben, und Frau Liſa allein auf der Welt zurücklaſſen.

Ende des vierten bis letzten Theils.