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36 frau aus der großen Neuſtraße in das Wort,„gerad das Altmodiſche iſt gegenwärtig am geſuchteſten. Das muß ich wiſſen, denn ich habe viel davon. Die vor⸗ nehmſten Leute ſind wie närriſch darauf verſeſſen, ſie fragen nach nichts als nach„Ruguckuck!““
Die Kellermeiſterin verzog die Lippen zu einem ſpöttiſchen Lächeln.„Ich finde das natürlich,“ erwie derte ſie bedeutungsvoll,„Sie müſſen das freilich am beſten wiſſen... aber à propos, haben Sie nicht viel⸗ leicht auch Töpfe und Keſſel aus der alten Schule! In einem ſo wohlaſſortirten Trödelladen muß es, denke ich, alle möglichen Sorten von dergleichem altem Ku⸗ kuckszeug geben, und obgleich ich gerade nicht beſonders darauf erpicht bin, altmodiſche Armbänder zu tragen, ſo lange ich mir noch moderne kaufen kann, möchte ich doch gern meine Küche mit dergleichem altem Zeug rekrutiren, denn mein Kochgeſchirr wird nachgerade alt und theilweiſe ſchlecht.“ Aus vollem Halſe belachte die Frau Kellermeiſterin dieſe vermeinten Witze, mit denen ſte der übermüthigen Trödlerin den Mund zu ſtopfen gedachte; allein dieſe wußte ſich dafür ſchadlos zu halten, indem ſie ihrer Nachbarin halblaut in's Oht flüſterte:„Die Frau Luiſe Dillberg hat es auch nöthig, ſich ſo breit zu machen— als wäre ſie Wunder was beſſer als andere Leute— ich weiß aber wohl noch die liebe Zeit, wo ſie die Teller in der Wirthſchaft ſpülte ehe ſie der Kellermeiſter geheirathet hat!“
„Ja, es iſt ein unerträgliches Weib,“ verſetzte die Angeredete;„ich wollte ihr ſchon beſſer hinausgegeben haben! Ich habe es Dir nur noch nicht ſagen wollen, aber ſie war kürzlich in meinem Laden und ſetzte Deine Möbel herunter, die ſie altes, wurmſtichiges, von den Motten zerfreſſenes Zeug nannte, was zu Nichts zu brauchen ſey. Der Herr, zu welchem ſie das ſagten wollte bei Dir kaufen, und hätte es auch ſicher gethan als ich ihm meinen blauen Sopha zeigte, ſagte er mir
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