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Damit reichte er Liſa ein ſorgfältig eingewickeltes Päckchen; ſie dankte ihm mit freundlichem Nicken und ſprang auf ihr Zimmer, um zu ſehen, worin das Brautgeſchenk beſtand.
„Es war ſchon der Mühe werth!“— Unſer Kam⸗ merer war den ganzen Tag umhergelaufen und endlich ſo glücklich geweſen, bei einem Seidenhändler für eine alte Forderung zwölf Ellen Gros de Naples und einen weißen, ächten Shawl zu erſtehen, der zwar nicht bei der neueſten modernen Sendung geweſen, aber doch ganz reputirlich und noch keineswegs ſehr vergilbt aus⸗ ſah. Bei dieſen ausgeſuchten Koſtbarkeiten, welche zu ihrem Hochzeitſtaat beſtimmt waren, lag ein in unzäh⸗ lige Papiere eingewickeltes Etui mit einer Broche und einem paar Armbändern, welche der Kammerer vor fünfzehn Jahren in Verſatz bekommen und als nicht ausgelöst auch behalten hatte.
Der Schmuck erfreute ſich ihres vollen Beifalls, aber ſie hatte gehört, daß das Antike jetzt ſehr geſucht und modern ſey; ſie betrachtete dieſen Beweis der bräu⸗ tigamlichen Zärtlichkeit mit ſehr gnädigen Augen.
Ein alter Freund und Bruder des Kammerers, welcher Goldſchmied war, hatte ihm die Kleinodien ſtattlich und umſonſt wieder hergerichtet. Sie ſahen ganz wie neu aus und funkelten, daß es eine wahre
Pracht war;— mit ſtrahlenden Augen kam Liſa zur Geſellſchaft zurück, um ihre Herrlichkeiten zu zeigen und bewundern zu laſſen— und nun wanderte das Seiden⸗
zeug, der Shawl und das koſtbare Etui von Hand zu Hand.
„Die Braceletten,“ ſagtes die Kellermeiſterin,„ſind ganz dieſelben, wie mir meine Großmutter welche hin⸗ terlaſſen hat. Sie liegen daheim bei meinem übrigen Schmuck; denn heutzutage trägt kein Menſch mehr ſolch' altväteriſches Zeug.“
„Ich bitte um Verzeihung,“ ſiel ihr eine Trodler⸗ 3*


