Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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8 Keinen Pfenning, außer einen ſchönen Dank! Ich habe mir den Spaß gemacht, ihn ſelbſt zu verfertigen: für Sie Onkelchen, denn der andere iſt ja ſo ſchlecht, daß

Sie ihn nicht länger mit Ehren tragen konnten.

Ja, aber das Zeug? es iſt mir, als ob ich das ſchon geſehen hätte. Das glaub' ich wohl! lachte Liſa.Ich habe. es aus Ihrem eigenen Verlag genommen. Es war ein

Stück Kattun, welches die Motten doch gefreſſen haben

würden, wenn man es noch länger hätte liegen laſſen. 1 Und um es vor dem Verderben zu bewahren, habe ich

einen Rock für Sie daraus gemacht, Onkelchen und ein Kleid für mich, das mir prächtig ſteht. 2 Was, zum Henker? rief der Kammerer aus, wel⸗ 8 chem dieſe Dreiſtigkeit ein böſes Omen war. Er dachte: h

Sie iſt mit meinem Kattun verfahren, als wenn er ihr gehörte, ſie hat ihn zwiſchen uns getheilt und mit u all' den alten Stücken Kattun könnte ſie ſich Jahrelang d kleiden? Sie iſt erfinderiſch, ich brauchte wohl dann am v

Ende nicht das Geringſte zu kaufen! So löste eine an genehme Vermuthung die andre ab, und dieß Alles war S Liſa's Glück, denn ſonſt, wenn ihm andere Gedanken. gekommen wären, hätte er ſicherlich ihre Eigenmächtigkeit fi ſehr ungnädig aufgenommen, und es wenigſtens für ge⸗ di waltig naſeweis erachtet, nur ſo ohne alles Weitere über ho ein Stück Kattun zu disponiren, welches ihm gehörte. Manſell Lucie ſchien ſogar ſelbſt ein wenig ver⸗ S 3 wundert darüber, daß die Strafpredigt ausblieb, auf be welche ſie ſich ſchon gefaßt gemacht hatte, und ihr Er⸗ m ſtaunen verminderte ſich gewiß keineswegs, als der Kam⸗ ga

merer hinzuſetzte:Hübſch, daß Du ſo gut nähen kannſt,

4 Liſa! Es freut mich in der That! es läßt ſich mancher Schilling ſparen. Ein ander Mal mußt Du mich aber Ni vorher fragen, hörſt Du? denn zu dem Schlafrock nu würde geringeres Zeug auch gedient haben. per Ein ander Mal? wiederholte Liſa lachend.Ei, Di

Onkelchen, Sie übertreffen ja alle meine Erwartung