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das geſchieht nicht! Es wird doch in ganz Schweden noch mehr Weiber außer der heiligen Sabina geben, die mich nehmen.“
Damit hatte der Kammerer auch gar nicht Unrecht; allein er ſah doch auch andrerſeits ſogleich ein, daß eine Reiſe in ganz Schweden umher eine noch kützlichere und gefährlichere, auch koſtſpieligere Sache ſein würde, als die mißglückte Tour nach Weſtgothland. Um alſo aller ferneren Mühe und Koſten überhoben zu ſeyn, faßte er den verzweifelnden Entſchluß, dem Schickſal den Lauf zu laſſen, und ſchwor auf ſeinem Rumpelkaſten ſitzend, einen theuern Eld, das nächſte paſſende Frauen⸗ zimmer, welches ihm begegnen würde— wenn es um die Ecke an der Königsſtraße an Meiſter Samuels Haus, in die Straße nach ſeiner Wohnung einbiegen werde— zu heirathen.
Sobald unſer Kammerer mit ſich im Reinen war, wurde er ruhig, denn ein großer Entſchluß gebiert große und tiefe Gedanken.
Nun ging es friſch auf Stockholm los, und an einem hübſchen Mittwoch, gegen acht Uhr Abends, bog unſer Laßman um die geheimnißſchwangere, zu ſo Großem auserſehene Straßenecke. Im Anfange ließ ſich kein Zipfel eines Weiberrockes blicken— weder Hut, Schleier, noch Shawl.... aber plötzlich, wie von einem elektriſchen Schlage getroffen, rief der Kammerer aus:„Herr, mein Gott, ſie iſt's! Welch' ein Thor bin ich geweſen, die Kreuz und Quere im Land umher zu reiſen!“
Ende des erſten bis dritten Theils.


