Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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Sophie ſollte ſie theilen. Aber nicht genug. Der neue artige Adjunkt, Magiſter Bagge, auf welchen Sabine bereits ſelbſt ihre Augen geworfen— hatte er, der Un⸗ dankbare, wohl für Jemand Anderes Augen, als für die bald getröͤſtete Wittwe? Sogar auch ihr Stiefvater ſchien kaum ein paar Monate nach dem Tode ſeiner Frau mehr Behagen an Sophien zu finden, als ſelbſt in Sabinens Geſellſchaft. Die arme Sabine ging noch weiter in ihrer ebenſo grauſamen als hartnäckigen Einbildung. Argwohn war einer der Züge ihres Charakters und die kleine Abhandlung über die Blumiſterei bei Tiſche hat ſchon gezeigt, wie weit ſie es trieb. Wir werden ſpäter Gelegenheit haben zu ſehen, in wiefern ihr Scharfſinn auf einem triftigeren Grund beruhte, als die allzuoft lrreleitende Mißgunſt.

Nachdem der Beſuch fort war, wurde von Sabinen Thee, oder wenigſtens warmes Waſſer herumgegeben, während der Kammerer und der Probſt ſich mit Bret⸗ ſpiel unterhielten und ſich gegenſeitig an alte Jugend⸗ geſchichten erinnerten. Magiſter Bagge ſtand an dem ſchwarzangeſtrichenen Theetiſche, ſtützte ſich leicht darauf und betrachtete, wie ſchon hundert Mal, die rothen und gelben Roſen, welche zwiſchen koloſſalen Epheublättern einen Kranz um die ovale Tiſchplatte bildeten.

„Darf ich mir etwas ſtärkern Thee ausbitten?“ er⸗ dreiſtete er ſich zu ſagen, und war ſo kühn, ſeine Taſſe der heiligen Sabine vor die Naſe zu ſchieben.

„Ich glaube, es iſt aber ſchon Zucker darin,“ ent⸗ gegnete die Wirthin mit möglichſt wenig merklichem Aer⸗ ger über die kecke Sprache.

„Ja, leider, zwei Stückchen.“

Sabine nahm einen Theelöffel und rührte in der Kanne, mit dem Lächeln der Selbſtverläugnung auf den Lippen. Sophie war ja nicht zugegen.

„Könnten wir nicht ein Bischen mehr Thee hinein⸗ thun?“ ſagte der naſeweiſe Adjunkt und griff mit pro⸗

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