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ſah, daß ihre Geſundheit unter der großen Anſtrengung offenbar litt, ſo wollte ich, obgleich mein Vermögen ſich unter ihren Händen zehnfach vermehrte, doch als Stief⸗ vater nicht, daß ſie ſich um meinetwillen ſchinden und plagen ſollte. Als mein Mitprediger im vorigen Früh⸗ jahr ſtarb, nahm ich deßhalb ſeine Wittwe zu mir. Sie iſt flink und fleißig, überall daheim, fürchtet ſich vor keiner Arbeit und kann Etwas aushalten. Auch habe ich zugleich damit ein Werk der Barmherzigkeit gethan: denn das arme Geſchöpf wußte nicht wo aus noch ein.“
„Wo iſt denn aber Deine Haushälterin, Herr Bru⸗ der? Ich habe noch Nichts von ihr geſehen.“
„Sie iſt gegenwärtig auf Beſuch bei Verwandten, kommt aber nächſte Woche wieder. Während dem iſt Sabine ſo gut und beſorgt die Haushaltung.“
Die Rückkehr des Adjunkts, Magiſter Bagge, von der Filialkirche, wo er gepredigt hatte, gab dem Geſpräche eine andere Wendung.
Der Magiſter, ein ſehr weltlich geſinnter, junger, lebensluſtiger Mann, ſtand ganz gut mit dem Probſt und der benannten Haushälterin, der hübſchen Frau Mit⸗ predigerin. Aber Mamſell Sabine, mit ihrer großen Heiligkeit, ihrem ſchwebenden Gang und ihren himmeln⸗ den Augen, welche zuweilen etwas von einer Schlange und einer Katze hatten, war ihm ein wahrer Gräuel. Ihre an das Unglaubliche gränzende Wirthſchaftlichkeit ärgerte ihn, ihre Heirathsluſt— denn Sabine hatte alle Neigung dazu, wenn es nur Einer gewagt hätte, ſie recht feſt in die Arme zu nehmen— ekelte ihn an. Zudem hatte der Neid, mit welchem ſie die kleine hübſche Haushälterin betrachtete und derſelben ihre Bosheit mit den lieblichſten honigſüßeſten Worten zu koſten gab, den Magiſter, trotz ſeiner natürlichen Gutmüthigkeit, der⸗ geſtalt gegen ſie aufgebracht, daß er ordentlich einen Troſt und eine innerliche Beruhigung darin fand, die heilige Sabine in allen möglichen Geduldsproben zu üben.
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