verliebt iſt, daß er die Finger darnach leckt, um ihr
„Was, wer, der Notarius? Na, das wäre noch ſchöner! Will er haben, daß wir das Ding da für ihn verkaufen ſollen?“
„Er hatte ein größeres Anliegen: er will, Du ſollſt
es ſelbſt kaufen, wie es da iſt. Da Du aber nicht hier
warſt, ſo beſtellte ich ihn wieder auf zwoͤlf Uhr.“
„Recht ſo, liebe Malla! Es juckt mich juſt, den Spindelbein dazwiſchen zu nehmen! Was verlangte er denn für den Plunder? Wenn ich es gehörig betrachte, ſo ſehe ich nicht viel von Werth daran.“ Frau Norman ſetzte bei dieſen Worten die Brille auf und ſtellte ſich mit der Miene einer Kunſtkennerin vor das Bild.
„Er ſagte, es ſey von ausgezeichnetem Werth—
unter fünfunddreißig Reichsthalern könne er es unmög⸗ lich geben,“ ergänzte die Hofmeiſterin.
„Fünfunddreißig Reichsthaler! Iſt der Kerl ein Narr? Fünfunddreißig Reichsthaler! Hat man je ſo Etwas gehoͤrt! Hm, ich kann gar nicht begreifen, wie die mattblauen Berge im Vordergrund neben den dunkeln Schattenparthien irgend Effekt machen können. Und hier die grüne Wieſe— dort der große Baum z. B., der geht ja gar über den Rahmen hinaus: weder Färbung noch Zeichnung taugt Etwas. Nein, da wird noch mancher Tropfen Waſſer in's Meer fließen, bis der einen Pinſelſtrich führen kann wie Schakspir. Und doch will er fünfunddreißig Reichsthaler! Ja, ja, er iſt ſo ver⸗ dammt hochmüthig, daß ihn ſeine Verwandten, wenn er deren hat, wohl ein Mal werden in's Narrenhaus ein⸗ kaufen müſſen. Aber hör' ein Mal, Malla, haſt Du denn Nichts wegen ſeines geſtrigen unanſtändigen Be⸗ nehmens erwähnt?“
„Kein Wort!“
„Nun ja, für Dich ſchickt ſich das Schweigen wohl.“ ſagte Fran Norman im Tone großer Ueberlegenheit,
z„aber nicht für mich, für mich, die ich erſtens und haupt⸗
ſächlich Lucies Mutter bin— Lucies, in welche er ſo


