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verräth ſich allenthalben. Ein Sopha mit braunrothem Ueberzuge, der gerade ſo viel Platz braucht, daß nur ein Stuhl in jeder Ecke noch Raum findet, nimmt die Lang⸗ wand ein.
Am Fenſter ſtehen zwei perlfarbige Klapptiſche, auf jedem ein rother Vogelbauer, welche die einzigen lebenden Weſen enthalten, deren Unterhalt auf dem Soll des Kam⸗ merers ſteht. Ein alter Schreibpult, ein Bücherſchrank mit einem Schenkbrett und ein nickendes Gipsbild auf dem Kachelofen— dies iſt die ganze Pracht in des Kam⸗ merers Vorzimmer.
In dieſem Raum findet ſich dennoch nichts Merk⸗ würdiges, nichts Lockendes; der Pult freilich, in Bezug auf ſeinen Inhalt, möchte intereſſant genug ſeyn, und der Schrank hat vielleicht auch ſeine Heimlichkeiten, welche ordentlicherweiſe nicht ſo vor allen Augen da liegen kön⸗ nen. Wir wollen einmal ſehen, wenn der Alte ſelbſt herauskommt; wir haben das Zimmer nur ſo gezeigt, wie es nach ſeiner inneren Beſchaffenheit dem Beſucher er⸗ ſcheint, und nehmen uns nun die Freiheit— denn der Schirm iſt auf die Seite geſchoben, wahrſcheinlich um ein wenig Helle einzulaſſen— einen Blick in das Schlaf⸗ zimmer zu werfen.
Kammerer Laßmans Junggeſellenbett, ohne Vor⸗ hänge, hat ſo großen Anſpruch auf Mitleid, daß es wahrhaft unmenſchlich wäre, davon reden zu wollen. Der Kammerer iſt eben aufgewacht, hat die ſchmutzige Nachtmütze zurecht geſetzt und verſucht, ſo gut es gehen will, mit dem rechten Arme ſeinen Kameraden den rech⸗ ten Aermel in dem friſchen Werktagshemd zu ſuchen, welches er, wie gewöhnlich, am Abende vorher, neben ſich gelegt hat. Das Hemd, deſſen er ſich Sonntags bediente, gehört zur erſten Klaſſe, zu den ſogenannten Bratenhemden, und kann heute um ſo weniger in Frage kommen, als es geſtern Abend, unmittelbar nach der Heimkehr, mit dem übrigen Anzug bereits eingeſchloſſen worden iſt.
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