Teil eines Werkes 
1.-3. Theil (1844)
Entstehung
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einem modernen Umhängmantel mit herabhängenden Quaſten, in der StudentenſpracheSchuldthurmtrenſe genannt. Rechnet man nun weiter noch einen weißen Hut, namentlich im Sommer, ebenſo Zeugſtiefel, Glagé⸗ handſchuhe, Doppellorgnette und ein rothſeidenes Schnupf⸗ tuch was will man mehr?

Na, was haſt Du für heute Abend vor? fragte Roſell.

Ich weiß es nicht! Ich habe die ewigen Waſſer⸗ parthien ganz ſatt, ſie ſind zu einförmig. Der Notarius hatte übrigens den ganzen Sommer über erſt an einer einzigen Theil genommen, und zwar nach Drottningholm.

Das iſt wahr, verſetzte Roſell, der, weil er in der That die Waſſerfahrten ſatt hatte, alſo ihre Partie nicht nahm.Wenn es Dir aber angenehm iſt, ſetzte er nach einer kleinen Parantheſe, welche der Requtſition von ein paar Glaͤſern Punſch galt, hinzu, wenn es Dir angenehm iſt, können wir ja auch einen Wagen nehmen und irgendwohin fahren, wohin Du meinſt bis zum Theater find wir wieder zurück.

Es iſt kein Miethwagen mehr zu haben. Sonn⸗ tags haudert ja die ganze Welt hinaus, von der Königl. Fumi bis zu den Ladenſchwengeln und Nähtermädchen erab.

Und bis zu den armen Teufeln von Suvernumerär⸗ notarien und Sekretären nicht zu vergeſſen be⸗ merkte Roſell lachend;denn ſo viel ich weiß, haſt weder Du noch ich, an einem Werktage ſchon daran gedacht, einen Wagen zu nehmen.

Das ſoll auch jetzt nicht geſchehen, entgegnete Wetterquiſt ruhig.Mir macht es mehr Spaß hier zu ſitzen und zuzuſehen, wie vie Sonntagsſpaziergänger ſich zur Brücke hinabdrängen. Alle Boote haben heute voll⸗ auf zu thun. Was doch die Leute mit ihren runden zu⸗ friedenen Geſichtern und ihren vollen Proviantkörben glücklich ſind. Sie verlangen nicht mehr vom Leben als es ihnen zu bieten vermag.