Teil eines Werkes 
3. Bd. (1858)
Entstehung
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würde doch die Liebe zu Dir immer allein daſtehen, denn die Gefühle ſind ſo verſchieden, daß man nie dem Einen Etwas zu nehmen braucht um es dem Andern zu geben. Aber bevor ich hineinſpringe und Ake junior in Galla kleide, wünſchte ich von Dir über meinen eigenen Feſtſchmuck einige Complimente zu er⸗ halten. Ich hätte am liebſten das Kleid gewählt das ich von Dir bekam; aber Onkel Moß verdient von uns wohl die Auf⸗ merkſamkeit daß ich dasjenige anziehe das er mir ſchenkte.“

„Ganz beſonders,“ verſetzte Ake mit einem fröhlichen Lä⸗ cheln,„weil dieſes prächtige blau und weiße Seidenkleid unend⸗ lich eleganter ausſieht als mein einfacher Muſſelin. Aber Du biſt bezaubernd, und Du darfſt dem alten Herrn wohl Deine Aufmerkſamkeit beweiſen ohne daß ich Dich darüber beſchreie.“

„Geliebter Ake,“ antwortete Emilie nhend,„morgen kommt die Reihe mit meinen Aufmerkſamkeiten an Dich: da trage ich Dein Kleid.“

„Und wenn Du jetzt in den Saal hinauseilſt, ſo wirſt Du ſehen wer der erſte Gaſt iſt.“

In Majkens Zimmer ſtanden Braut und Brautjungfer. Welch ein inniges, ernſtes und friedliches Glück war nicht auf Majkens Stirne geſchrieben! In ihrem Ausſehen und Weſen war Nichts was auf eine brauſende Gemüthsbewegung oder auf gedankenloſe Luſtigkeit hindeutete. Es war eine edle ſchöne Ruhe, einer großen Naturſcenerie gleich, wo Alles Harmonie und Stille, gleichwohl aber bis in die geringſte Einzelheit auch Kraft athmet. Sie war auch eine ſtattliche Braut, nicht auf dieſelbe Art bezaubernd wie Emilie, aber ſtattlich in ihrer würdigen Haltung und in ihrem weißen Kleid mit reichen Myrtengewinden; überdies verliehen ihr Brautkranz und Schleier eine erhöhte Friſche und

Feinheit.

wAlche meine Majken,“ rieß Thorborg, die jetzt ihr Werk

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