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Gründen, die wir Gelegenheit nennen, zu kurz kommen, ſie möchte überſtrömen und mich dann ſehen laſſen, was ſie in ihrer Tiefe verwahrte.
Ich ziehe alſo den Schluß, daß die tiefe Selbſtbeherrſchung der Männer, wodurch ſie ſo oft über uns Kinder des Augenblicks Vortheile erringen, darin beſteht daß ſie verlockenden Gelegen⸗ heiten auszuweichen wiſſen. Aber wenn es ihnen nicht gelingt dieſen auszuweichen, ſo ſtehen ſie in Bezug auf Geiſtesgegenwart eben ſo entblößt da wie wir.
Wäre inzwiſchen der Gegenſtand nicht ſo ernſt, ſo würde man ſein Mitleid mit einem kleinen komiſchen Zuſatz vermiſcht fühlen, wenn man die Beſtürzung und die Unzufriedenheit ſieht, welche ſolche Seelen ſelbſt bei der unvermutheten Ausflucht em⸗ pfinden, wozu ſie ſich verlocken ließen.
Mein Mann ſah juſt ſo aus, als er einige Augenblicke nach ſeinem haſtigen Erguß in unvergleichlich milderem Ton hin⸗ zufügte:
„Du hatteſt mir ja verſprochen, Emilie, daß dieſer Gegen⸗ ſtand nicht wieder aufgenommen werden ſolle, und glaube mir, Du würdeſt am beſten thun, wenn Du Dein Verſprechen hielteſt.“
„Ich habe kein Verſprechen gegeben— Du verlangteſt es nicht einmal: Du erklärteſt blos droben auf dem Contor Deinen Willen... Das war Alles... Und dieſen Willen habe ich ſo lange reſpectirt, daß ich jetzt meine Geduld von weiteren Prüfungen entbinden zu können glaubte.“
„Iſt es,“ antwortete er,„eine ſolche Geduldprüfung für Dich, wenn Du Deinem Manne den häuslichen Frieden ſchenken ſollſt, den er verlangt?“
„Für dieſen, Ake, würde ich Nichts zu theuer finden, wenn er wirklich wäre. Aber Dein Friede iſt blos ein oberflächlicher Wahn, das weißt Du wohl.“
3„Emilie, ich habe Dir geſagt, daß ich alle Erklärungem ver⸗
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