Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Alle unſere gegenſeitige Herzlichkeit im Aeußern kommt mir vor wie bleiche Sonnenſtrahlen, die vor einer Eismauer zurück⸗ prallen und ſie nicht zum Aufthauen bringen können.

Aber jetzt habe ich beſchloſſen dieſe Eismauer niederzureißen, da ich ihr Aufthauen nicht zu Stande bringen kann. Dann wer⸗ den wir wohl zu einem Reſultat kommen, obſchon Ake Nichts mehr verabſcheut als einen kleinen Auftritt.

Herr, mein Gott, ſoll man denn den ganzen Tag verſchlafen! Eine Frau kann beſſerer Dinge überdrüſſig werden als einer ſolchen Einförmigkeit... Vielleicht iſt es unrecht, aber Nichts ermüdet mich ſo ſehr wie eine ununterbrochene Ruhe....

Juſt heute Nachmittag auf einem Spaziergang nach dem Pfarrhaus gedenke ich meinen Plan ins Werk zu ſetzen. Des⸗ halb lebe wohl, liebe Mama! Ich will mich jetzt ſo ſchön als möglich machen. Dieſer brandheiße Tag gibt mir die beſte Ver⸗ anlaſſung ein ganz helles Kleid zu wählen, z. B. mein roth⸗ weißes Neſſeltuchkleid mit all den luftigen Volants. Und dann nehme ich meine.... Nun hätte ich nicht beinahe vergeſſen die neue Unterhaube in meinen Hut einzuſetzen?

Ehe Du eine Zeile weiter lieſeſt, Mama, war ich nahe daran im Stillen zu weinen— und in dieſe Thränen können wir eben ſo gut alle Frauen insgemein einſchließen, da die Thränen jedenfalls fließen müſſen— und das müſſen ſie unbedingt.

Dabei können wir auch ein Bischen philoſophiren.

Ich möchte wiſſen, welchen Sinn die Worte haben: dann werden ſie nicht mehr zwei ſein, ſondern eins.

Ich habe die Erklärung darin gefunden, daß die Frau auf⸗ hören ſoll irgend Etwas zu ſein: blos der Mann wird eins, denn alle ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen werden von ihm gemuſtert, geſichtet, geputzt, umgegoſſen und in ihm auf⸗ genommen, ehe ſie ſich damit hervorwagen kann, und dann ge⸗