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chen, wer uͤber die Herrin der Grafſchaft Bu⸗ chenhayn? Warum brauchte ſie ſich vor Strem⸗ ler zu verſtecken? Wer war der, der ſich unter⸗ ſtehen durfte, ihre Briefe zu unterſchlagen?— Ich jagte athemlos in meinen Gaſthof, ſaß in einer halben Stunde im Wagen, und flog mit den vier Kourier⸗Pferden zum Thore hinaus.
Mein Weg ging uͤber Kaͤferlingen.
Ich uͤberraſchte Stremler, der nichts weniger als mich erwartet zu haben ſchien, am fruͤhen Morgen beim Fruͤhſtuͤck. Sein Geſicht war mein Commentar. Er konnte den an mir und Klotilden begangenen Hochverrath nicht bergen. Er war unbefangen genug, um mir zu geſtehen, daß ich ihm gar nicht gelegen komme. Er ſchalt auf die Ungeduld meiner Liebe; nahm ſich heraus, verdruͤßlich daruͤber zu ſeyn, daß ich viel fruͤher komme, als der Abrede gemaͤß; brummte vor ſich hin, daß nun der ganze Spaß verdorben ſey, und zog ſich unterdeſſen an, um mich, ungebe⸗ tener Weiſe, zu begleiten.
Daß Klotildens nothgedrungenes Schweigen und ihre angſtvollen Zeilen meine Ruͤckkunft be⸗ ſchleunigten, durfte ich ihm nicht verrathen; ich that mir alſo die moͤglichſte Gewalt an, ihn den 16*†


