Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 4 (1823) Das Dijon-Röschen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30 fuͤr vergaͤngliche Narrenpoſſen erklaͤrten, die Mo⸗ ſen und die Propheten fuͤr die Hauptſache hielten und nach den erſten acht Wochen der ehelichen Verbindung, vielleicht auch noch fruͤher, mit an⸗ dern huͤbſchen Kindern in ein ſtilles Verhaͤltniß traten, und mit dieſen das Eingebrachte der Be⸗ trogenen luſtig verpraßten.— O, ihr armen reichen Maͤdchen!

18.

Eine Flaſche Dinte, ſagte Gundelchen den folgenden Morgen, als ſie mit mehreren Bouteil⸗ len in einem Koͤrbchen aus dem Keller heraufkam, und mir auf dem Vorſaal begegnete. Eine Fla⸗ ſche herrlicher Pontac! Die Freude uͤber Gun⸗ delchens Guͤte und uͤber ihre in dieſem Zuge lie⸗ gende unverkennbare Zuneigung, ließ mich uͤber⸗ ſehen, daß das liebe Kind den Eltern den Wein entwendet hatte. Trunken vor Wonne, trat ich auf den Zehen,— denn das Gefuͤhl der Schuld, das Entwandte heimlich angenommen zu haben, fuhr aus dem bis dahin unbefleckten Gewiſſen, wie ein Blitz in die Ferſen, daß ich nicht wie gewoͤhnlich feſten Fußes ausſchreiten konnte— in unſer Arbeitzimmer, wo ich glaubte, allein zu