Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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ſeit ſie ſich an den milden Zuͤgen des ſanften Nicolas wieder erquickt hatte, widriger vorkam, als je. Morgen ein Mehreres, hatte ſein Mund ge⸗ ſprochen, und in ſeinem geiſtvollen ſchwarzen Auge hatte ein ganzer Kommentar zu den paar freundlichen Worten gelegen, den ſie ſich, jetzt in ihr weißes Bettchen eingehuſcht, und gar bald vom Traumgott ſuͤß umfangen, des Breitern er⸗ klaͤrte. Sie luſtwandelte an Nicolas Seite, am Blumengeſtade des mittellaͤndiſchen Meeres; ein Perlmutterſchiffchen mit lauter Amoretten be⸗ mannt, ſchaukelte von der See zu ihnen heruͤber; ſie eilten eine kleine Anhoͤhe hinauf, von der ſie herab die Kuͤſten von Suͤd⸗Europa, Weſtaſien und Nordafrika uͤberſehen konnten. Eine wuͤr⸗ zig duftende Orangerielaube empfing ſie; das Schiffchen kam naͤher, die Amoretten, die von roſigem Lichtglanz umfloſſen ſeltſam glaͤnzten, winkten unter tauſend Scherz mit freundlichen Geberden; Nicolas auf dem luftigen Gipfel des Berges aber warnte, der lockenden Einladung zu folgen. Taͤuſchende Irrlichter ſind es, ſagte er ihr leiſe in das Ohr: dem Rieſenheerde entſtie⸗ gen, der tief unter dem Meeresgrunde liegt, un⸗ 16