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Stande geweſen, nur ein Wort uͤber die Lippen zu bringen. Draußen erſt rang ſie die Haͤnde weinend gen Himmel; die Freude uͤber Nicolas Wiederfinden, der bitterſte Vorwurf, ihm ſchein⸗ bar als Treuloſe gegenuͤber zu ſtehen, beides zer⸗ riß ihr das Herz. Doch, was hofft die Liebe nicht!— Wenn er lebt, und nach dem Frie⸗ denſchluſſe kommt, und Dir treu geblieben iſt, und Dich bittet, mit ihm zu ziehen, ſo bin ich die Erſte, welche Deine Trennung von Rauhen⸗ feld bewirkt.— So hatte Emilie geſprochen. Darauf baute Klotilde ihre Plaͤne. Emilie mußte ihr Verſprechen halten; ſie hatte es gelobt, ſie hatte ihr die Hand darauf gegeben; und ob Ni⸗ colas ihr treu geblieben war, unterlag keinem Zweifel; ſein freudiger Schreck, der ſanft fra⸗ gende Vorwarf ſeines Blicks hatte es ihr geſagt, mehr als alle Worte es vermoͤgen. Noch ſtand ſie ſo unentweiht da, als Nicolas ſie ver⸗ ließ. Sie war bloß Rauhenfelds Pflegerin ge⸗ weſen; ſeine Gattin nie. Ihre Hand hatte ſie ihm gegeben; ihr Herz beſaß Nicolas, und nur Nicolas allein.
Als ſie ſich moͤglichſt geſammelt und mit ſorglicher Gaſtlichkeit zur Bereitung des Abend⸗
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