Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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Dich aus ihrem Kreiſe aͤchten. Jetzt ſprich— jetzt entſcheide.

Klotilde lehnte ſich weinend an Emiliens Bruſt. Habe Mitleid, flehte ſie in heißen Thraͤnen ſich ergießend: habe Mitleid mit mir, wenn ich den ſchmerzlichen Kampf in mir ſelbſt nicht ſo raſch kaͤmpfe, als Du von mir forderſt. In Vielem magſt Du Recht haben; in Allem nicht. Aber ich will ja Alles thun, was Ihr von mir fordert, ſo lange ich mit meinem Gewiſſen dabei beſtehen kann.

Gewiſſen? fragte Emilie ſcharf.

Nicht ſo, bat Klotilde, nicht ſo! ich bin wunden Herzens; Dein ſchneidender Blick, Emi⸗ lie, die Haͤrte Deines Wortes, fliegen wie Pfeile mir in mein zerriſſenes Innere. Sey mild, ſey barmherzig mit mir. Kann— ich frage Dich, und werde Dich am Abend meines Lebens hier, oder am jenſeitigen Morgen dort einmal daran erinnern, darum erwaͤge Deine Antwort wohl, kann, darf ich geſchworene Eide brechen? Ob ich ſie mit Recht oder Unrecht geſchworen, gilt gleichviel;— auch mag daruͤber nur meines Gottes Allweisheit ſelbſt richten— aber ich frage, darf ich ſie brechen?