Teil eines Werkes 
Sammlung 2 : 3 (1823) Der Blutschatz
Entstehung
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57 Brudermoͤrder, zu der Ehre gekommen, noch heute in hohem Anſehen zu ſtehen, bei einem Bunde, in dem Unbeflecktheit und Bruderliebe die Hauptgeſetze ſeyen, als es durch die Oede des weiten Hauſes ſchellte, daß er heftig erbebte und vor Schrecken den Schlucken bekam.

Zwei Diener, in jeder Hand einen vierar⸗ migen Leuchter, traten ſchweigend ein, baten, ihnen zu folgen, und geleiteten ihn mit ihren ſechszehn brennenden Wachskerzen durch mehrere Zimmer bis zum gnaͤdigen Herrn. Hier, in der Arbeitſtube des Directors brannte eine duͤſtere Oellampe, von einem tiefen Blechſchirme verdeckt.

Herr von Leiſekorn, ein baumlanger duͤrrer Mann, angethan mit einem weißen Flausrocke, erhob ſich von ſeinem Seſſel, und fragte in ei⸗ nem tiefen Baſſe, aber kaum vernehmlich, was ſein Begehren ſey.

Fluͤmers Antwort war ein gellender Schluck⸗ auf. Er ſah den duͤrren Rieſen mit heimlichem Zittern an; ſo, accurat ſo guckten draußen beim Brudermoͤrder Salomo, die blutduͤrſtige Tuͤcke, die erſtickte Mordluſt auch aus dem ſcheuen Blicke; nur machte das Erdfahle dieſes widrigen Geſichts hier, die Sache noch grauenhafter und die ver⸗