Todtenſtille. Dem Ungewohnten fing es an, in dieſen heimlichen Umgebungen bange zu wer⸗ den. Kein Menſch ruͤhrte ſich, die Ampel im Kabinette leuchtete ſchwach, mit Muͤhe erkannte er in den, an den Waͤnden herumhaͤngenden prachtvollen Kupferſtichen, lauter bibliſche Ge⸗ ſchichten; ein frommer Mann, der Herr Direc⸗ tor! dachte Fluͤmer im Stillen vor ſich hin, und holte kaum Athem, ſo beklommen war ihm von der Lautloſigkeit in dem Hauſe, und von dem duͤſtern Schimmer der milchweißen Alabaſteram⸗ pel. Auch der Prinzipal ſeiner kuͤnftigen Apo⸗ theke, der Koͤnig Salomo, war in einem dieſer herrlichen Kupfer meiſterhaft dargeſtellt, und zwar in dem Augenblicke, wie er den heimlichen Befehl gibt, ſeinen Bruder Adonai und einige ihm verdaͤchtige demagogiſche Große zu ermorden. Vom oben erwaͤhnten Oberamtshauptmann ſei⸗ nes Ortes hatte Fluͤmer fruͤher einmal gehoͤrt, daß Salomo's Tempelbau, Salomo's Siegel⸗ ring, kurz der ganze Koͤnig Salomo fuͤr die Bruͤder Freimaurer und Roſenkreuzer von hoher ſymboliſcher Bedeutung ſey, und er gruͤbelte in ſeiner profanen Dummheit eben daruͤber nach, wie gerade der Herr Salomo, ein Baſtard und
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