Teil eines Werkes 
8. Th. (1821)
Entstehung
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Sieh', wie mehlig und weiß, ſagte Ger⸗ traut und legte der ſuͤßen Roſamunde ein Paar aufgeplatzte Kartoffeln auf den blanken Teller verbrenne Dir Deine Fingerchen nicht, die Dinger haben beim Feuer geſtanden⸗

Unter traulicher Rede verzehrten Beide das einfache Abendbrod, das blos aus Kartoffeln und Salz beſtand, aber ſie waren dabei froͤhli⸗ cher, als die vornehmen Praſſer bei manchem Schmaus, denn ſie waren reines Herzens und kannten nichts Beſſeres.

Roſamunde bluͤhte in der Friſche ihrer Ju⸗ gend; in ihrem Herzen wohnte der ſtille Frie⸗ den der Unſchuld; ſie wußte nichts von der gan⸗ zen großen Welt um ſich her. Ihr Vater war auf dem Blutfelde der Ehre im Auslande gefal⸗ len, und Tante Gertraut hatte ſie, nach dem Tode der Mutter, die kurz nach dem Gatten vor Kummer geſtorben, in ihrem achten Jahre zu ſich genommen; dieſe war ihre einzige Geſellſchaf⸗

terin, ihre einzige Freundin, ihre Mutter; ihr